Wittener Schiffsmodellbau-Club eröffnet Saison

Anfahren am Hammerteich beim WSC Witten: (v.l.) Jürgen Koring, Rainer Regensburg und Thorsten Droste.
Anfahren am Hammerteich beim WSC Witten: (v.l.) Jürgen Koring, Rainer Regensburg und Thorsten Droste.
Foto: Barbara Zabka
Was wir bereits wissen
Wittener Modellbau-Club eröffnete am Samstag nach der Winterpause endlich die Saison. Gleichzeitig startete die Meisterschaft.

Witten..  Es ist windig und Wolken überschatten den Hammerteich – das ist eindeutig kein optimales Wetter für einen Saisonstart. Dennoch stehen die Mitglieder des 1960 gegründeten Wittener Schiffsmodellbau-Clubs (WSC) schon in den Startlöchern: Heute können sie endlich wieder ihre selbst gebauten Modellboote auspacken.

Mit dem sogenannten „Anfahren“, das am Samstagnachmittag stattgefunden hat, endete nun die lange Winterpause, in der die Vereinsmitglieder an ihren Miniatur-Schiffen herumfeilen konnten. Das Anfahren läutet die interne Clubmeisterschaft mit dem ersten von fünf Wertungsdurchläufen ein. Die Hobbybauer müssen mit ihren ferngesteuerten Schiffen einen Bojen-Parcours durchfahren. Für den können sie insgesamt 100 Punkte erlangen. Diese sind von vornherein auf dem Startkonto, für jeden Fehler gibt es dann Punktabzug.

Insgesamt 36 Vereinsmitglieder

Unter den insgesamt 36 Vereinsmitglieder befinden sich auch zwei ehemalige Weltmeister. Einer von ihnen ist Bernhard Osthoff. Er hat sein Boot „Heimat“ im Schlepptau und freut sich über den Saisonstart: „Jetzt bin ich lange Zeit nicht gefahren, aber es macht großen Spaß“, kommentiert er das Geschehen. „Es kribbelt immer, wieder anzufangen“. Das traditionelle „Anfahren“ als Saisonauftakt sieht er gleichzeitig auch als ein „Einfahren“. „Aber es hat heute bei mir gepasst“, offenbart Osthoff lächelnd und ist mit seiner Leistung zufrieden.

Thorsten Droste, ebenfalls ehemaliger Weltmeister, tritt das Anfahren mit seinem weißen Schätzchen „Cara“ an. Mit ihr gewann er die WM 2011 in Ungarn. Dort wird sie auch dieses Jahr ausgetragen werden. Droste allerdings ist sich noch nicht sicher, ob Cara da erneut zum Einsatz kommt. „Ich würde diesmal lieber mit einem anderen Schiff starten“, gesteht er.

Die meisten der Flottenbegeisterten besitzen mehrere Exemplare. Bootmodelle gibt es allerhand, von Fischkutterschleppern, Jachten, Dampf- oder Segelbooten bis hin zu großen Zerstörerschiffen. Das Maß zwischen Miniaturausgabe und Original variiert stark. Einige werden mithilfe von Baukästen gebaut, anderen liegt ein genauer Bauplan des Originals zugrunde.

Aber wie kommt man eigentlich zu so einer außergewöhnlichen Leidenschaft? „Da wächst man nach und nach rein“, sagt Rainer Regensburg, langjähriges Vereinsmitglied. Ein bisschen sei es wie bei den Mini-Eisenbahnen: Die Kinder bekommen sie geschenkt und die Väter basteln daran. Thorsten Droste vergleicht die Schiffe mit ferngesteuerten Autos – die einen fahren an Land, die anderen im Wasser. Zum Abschluss lässt der stellvertretende Vorsitzende Heinrich Beermann seinen Blick über den Hammerteich schweifen und kommt ins Schwärmen: „Das ist schon ein tolles Hobby.“

Kurz darauf packt die Mitglieder der Hunger – es geht ab zum Grillen.