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Wittener Medizinstudenten verarzten Plüschtiere um Kindern Angst zu nehmen

30.05.2011 | 16:50 Uhr
Operation Teddy: Die Medizinstudenten der Uni verpassten den Plüschtieren sogar einen Gipsarm. Fotos: Walter Fischer

Witten. Medizinstudenten der Uni Witten/Herdecke haben Plüschtiere verarztet, um Kindern die Angst vorm Krankenhaus zu nehmen. Über 300 besorgte Teddymamas und -papas hatten sich angemeldet, um ihre Schützlinge behandeln zu lassen.

Ernie hat ein Bein gebrochen, der Puppe tut das Bäuchlein weh, dem Pony fehlt ein Auge: höchste Zeit für den Einsatz der Teddy-Ärzte der Uni Witten/Herdecke. Bei der vierten Teddyklinik im Foyer der Hochschule hatten die Medizinstudenten alle Hände voll zu tun.Über 300 besorgte Teddymamas und -papas hatten sich angemeldet, um ihre Schützlinge verarzten zu lassen. „Alles, was man spielerisch kennenlernt, nimmt die Angst“, weiß Erzieherin Katrin Wende vom Familienzentrum des Diakoniewerks Ruhr. Um diese Angst vor der Krankenhauswelt abzubauen, kommt sie mit ihrer Gruppe jedes Jahr auf den „Klinik“-Campus.

Die vier- bis sechsjährigen Kinder stürmen begeistert mit ihren Stofftieren unter dem Arm auf den Anmeldetisch zu. Dort erwartet sie Medizinstudent Daniel Becksmann, der wie in einem richtigen Krankenhaus zunächst einmal die Personalien aufnimmt. Die Kinder bekommen ein Namensschild und die Tiere eine Krankenkartei.

Medizinstudenten der Uni Witten/Herdecke haben Plüschtiere verarztet, um Kindern die Angst vorm Krankenhaus zu nehmen.

Giraffe Siggi wurde von einer Schlange gebissen

„Meine Giraffe Siggi wurde von einer Schlange gebissen“, erklärt der fünfjährige Johannes besorgt. Doch bevor es mit der Untersuchung losgehen kann, muss er mit seiner Giraffe im Wartezimmer Platz nehmen. Dann wird er mit dem kleinen Patienten aufgerufen. Medizinstudentin Caroline Wack begleitet den Jungen an einen der Behandlungstische.

Mit dem weißen Kittel und dem Stethoskop um den Hals sieht die 21-Jährige schon wie eine richtige Ärztin aus. „Ich unterstütze das Projekt, weil ich den pädagogischen Ansatz für sinnvoll halte“, erklärt Caroline Wack. Da sie sich vorstellen könne, später einmal in der Kinderheilkunde tätig zu werden, ist die ehrenamtliche Arbeit mit den Kindern auch für die Zweitsemesterstudentin eine wertvolle Erfahrung.

Röntgengerät ist ein Pappkarton mit Lichtblitzen

„Komm, wir untersuchen Siggi zusammen“, ermuntert sie Johannes. Gemeinsam packen sie den Kinderarztkoffer aus, wiegen das Stofftier und überprüfen mit einem echten Stethoskop den Herzschlag. Als die Medizinstudentin heimlich mit einem Finger auf den Rücken des Tieres klopft, glaubt der Junge, das Herz seiner Giraffe schlagen zu hören.

Ein Röntgenbild vom Lieblingbär: Betul und Alina (rechts).

Die nächste Station der Teddyklinik ist der Röntgenbereich. Ärzte und Kinder schlüpfen in Strahlenschutzkittel - doch vor echter Strahlung braucht man hier keine Angst zu haben. Das Röntgengerät ist ein von den Studenten liebevoll gestalteter Pappkarton mit Lichtblitzen.

Im OP werden die Patientendann richtig mit Bastelgips, Nadel und Faden verarztet, bevor zum Schluss ein Rezept ausgestellt wird. „Viel Kuscheln“ und „Smarticilin“ (gemeint sind die bunten Schokobonbons) bekommen Johannes und Siggi verschrieben.

Teddy-Klinik

Draußen erwartet die Kinder neben ihren nunmehr genesenen Stofftieren noch eine Überraschung: Ein Sanitäter vom DRK führt sie durch einen echten Krankenwagen.

Anna Ernst und Stephanie Kaplinowski



Kommentare
31.05.2011
11:58
Wittener Medizinstudenten verarzten Plüschtiere um Kindern Angst zu nehmen
von kdit | #1

Tolle Idee.

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