Wittener Medienkunst ist eine kleine Reise wert

Blau, gelb, orange: So bunt ist Norbert Kramers Sicht einer Welle.
Blau, gelb, orange: So bunt ist Norbert Kramers Sicht einer Welle.
Was wir bereits wissen
Bei Norbert Kramer ist das Meer keineswegs nur blau. Der Annener bearbeitet seine Fotos am Computer. Zu sehen sind sie gerade in Arnsberg und Hagen.

Witten..  Bei ihm sind Wellen schon mal orange. Ein Waldweg kann blau sein, der Himmel stattdessen gelb. Die Lösung für dieses Phänomen ist ganz einfach, denn Norbert Kramer bearbeitet Fotografien am Computer. „Medienkunst“ nennt der Annener seine Bilder, die zur Zeit eine kleine Reise wert sind. In Arnsberg und Hagen hängt eine kleine Auswahl.

Sein Anliegen ist es, dem Betrachter die Farbvarianten in der Natur bewusster zu machen. Auslöser war ein Erlebnis vor rund zehn Jahren im Dänemark-Urlaub. Dort hat es geregnet und gestürmt. Kramer, der seit 1988 auch als Pädagoge im Märkischen Museum arbeitet, packte sich und seine Kamera in Plastik, um das tosende Meer zu fotografieren.

„Natürlich sahen die Bilder grau in grau aus“, sagt der 66-Jährige. Dann habe er ein wenig am PC herumexperimentiert und festgestellt, dass feine Farbschattierungen vorhanden waren. Und nicht nur das: „Ich habe plötzlich die Farbe des Himmels am Boden entdeckt.“ Deshalb tauscht er nun ganz bewusst Farben aus und bringt sie an Stellen, wo der Betrachter sie normalerweise nicht vermutet. Das Grafikprogramm zur Bearbeitung hat Kramer selbst geschrieben, die Ergebnisse fixiert er großformatig auf Leinwand.

Wer Norbert Kramers Bilder betrachtet, verliert sich nach einer Weile darin. Deshalb eigneten sie sich auch gut zur Meditation. Eine entsprechende Wirkung habe ihm gar ein Zahnarzt bescheinigt: Patienten schauen bei der Behandlung auf ein solches Kramer-Bild – und würden total ruhig. Dass seine Arbeiten auf diese Weise praktischen Nutzen haben, freut den Künstler so sehr, dass er sagt: „Wenn das bei einem Motiv nicht funktioniert, kommt es weg.“ Bald kann er sich noch mehr auf seine Bilder konzentrieren, denn zum Herbst geht der Fachleiter für Kunst am Arnsberger Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung in den Ruhestand.

Die Bilder sind bis Ende der Sommerferien im Arnsberger Peter-Prinz-Bildungshaus, Ehmsenstr. 7, zu sehen, im Hagener Westfalenbad, Stadionstr. 9, nur bis Mittwoch.