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Wittener Kreative setzen Opel-Kultwagen in Szene

05.01.2016 | 13:03 Uhr
Die jungen Wittener Kreativen Meike Willner und Philipp Niggemeier mit ihrem Kalender.Foto: Barbara Zabka / Funke Foto Service

Witten.   Mit großem Aufwand haben Wittener Fotografen für den Kalender „Blitzgeschichten“ Kultwagen von Opel in Szene gesetzt. Mit passendem Ruhrpott-Charme.

Ein Jahr lang steht Opel im Ruhrgebiet wieder im Mittelpunkt. Auf zwölf Kalenderblättern hat das junge Wittener Fotografen-Team von „Frei nach vorn“ Autos – ausschließlich aus Bochumer Produktion – in Szene gesetzt. Wie Hauptdarsteller inmitten eines Filmsets wirken die Karosserien, die Liebhaber den Fotografen für ihren Jahreskalender „Blitzgeschichten“ zur Verfügung stellten.

Über 9000 Euro hatten Meike Willner (28), Philipp Niggemeier (28) und Ansgar Delugas (30) per Crowdfunding im Internet für ihren Kalender gesammelt. Kennengelernt haben sich die drei Fotografen beim Studium. Mittlerweile arbeiten sie längst professionell – oft im Werbebereich – für verschiedene Agenturen.

Jeder von ihnen kann Förderpreise vorweisen oder hat auf großen Messen wie der Photokina in Köln ausgestellt. Der Opel-Kalender ist das erstes Werk als Gruppe „Frei nach vorn“, die in einer Privatwohnung in der Wittener Innenstadt ihren Firmensitz hat.

Das Cover des Kalenders mit einer Szene vor einem typischen Revierkiosk.

Hinter jedem Kalenderbild der „Blitzgeschichten“ steht ein enormer logistischer Aufwand. Vom Kunstschnee im Dezemberbild bis hin zu den gecasteten Models: Die Fotografen haben kein Detail dem Zufall überlassen und so ein Kunstprodukt geschaffen, das eine ganz eigene Liebe zum Ruhrgebiet und seiner Zeitgeschichte offenbart. Als Kulisse dienten „typische“ Orte in Bochum, die die Besonderheiten der Region veranschaulichen, wie Fotografin Meike Willner erklärt.

Schauplätze vom urigen Kiosk bis zum Schrebergarten

„Wir haben die Orte exemplarisch für das gesamte Ruhrgebiet ausgewählt“, sagt die 28-Jährige. „Wir zeigen all das, was auch nach dem Strukturwandel heute noch da ist – aber vielleicht schon in ein paar Jahren nicht mehr.“ Zu diesen Schauplätze gehören etwa ein uriger Kiosk, ein Ascheplatz in Wattenscheid, eine Szene im Schrebergartenverein. Oder die eigens für das Foto wiederbelebte Zechensiedlung mit einem Haus, das eigentlich längst ein Museumsshop sei, wie die Fotografen herausfanden.

Opel-Kalender
Crowdfunding-Projekt „Blitzgeschichten Bochum“ erfolgreich

Über Crowdfunding wollte ein Fotografen-Trio 7500 Euro für das Kalender-Projekt „Blitzgeschichten Bochum“ einsammeln. 9266 Euro sind es geworden.

Die auf Hochglanz polierten Autos, denen man ihr Alter auf manchen Bildern kaum ansieht, versetzen die aktuellen Szenen wieder in die Zeit Mitte der 60er bis Ende der 80er Jahre zurück. Passend dazu wurden auch die Fotomodelle mit Kleidung und Accessoires ausgestattet: von der Wäsche aufhängenden Hausfrau im blauen Arbeitskittel mit passendem Kopftuch bis hin zu den vor einer Bar auf der Straße herumhängenden Jugendlichen im knalligen Disco-Outfit der 80er.

Straßenzug musste für Aufnahmen künstlich befeuchtet werden

Von den stundenlangen Vorbereitungen für die Shootings zeugen nicht nur die hohe Qualität und die Komposition der Fotos, sondern auch Youtube-Videos, die das bis zu 80-köpfige Team um Helfer und Models bei der Arbeit zeigen. Stundenlang könnten Meike Willner und Philipp Niggemeier von Anekdoten erzählen. Davon, wie sie den Kiosk umsortieren mussten, „damit er voll wirkt, aber nicht zu voll“, so Willner. Oder wie die Stylistin ausfiel und Massen an Haaren kurzerhand selbst toupiert werden mussten. Oder wie ein Straßenzug für das November-Bild künstlich befeuchtet werden musste, „weil der Besitzer des Autos seinen Opel zwar gern zur Verfügung gestellt hat, aber ihn nicht im Regen fahren wollte“.

Vieles eben ist Kunst. Aber die Gefühle, die sie beim Betrachter weckt, sind real: Ruhrpottliebe und – wohl nicht nur bei Opelanern – auch etwas Wehmut.

Den Kalender gibt es in verschiedenen Geschäften des Ruhrgebiets für 25 Euro direkt zu kaufen: in Witten ist er im Knuts an der Wiesenstraße erhältlich. Erschienen ist er in einer Auflage von 1000 Stück. 800 Exemplare wurden bereits verkauft.
Hintergründe zum Fotografenteam gibt im Internet auf „www.freinachvorn.de“. Dort können auch der Kalender oder Poster bestellt werden.

Blitzgeschichten - Opel-Kalender 2016

 

Anna Ernst

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Wittener Kreative setzen Opel-Kultwagen in Szene
Wittener Kreative setzen Opel-Kultwagen in Szene
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2016-01-05 13:03
Witten