Wittener kennt sich gut mit Polen aus

Timo Tölle mit seinem „Diploma“ und anderen Trophäen des Wissenswettbewerbs.
Timo Tölle mit seinem „Diploma“ und anderen Trophäen des Wissenswettbewerbs.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Timo Tölle lernt nicht nur die Sprache, er hat jetzt auch zum zweiten Mal an einem Wissenswettbewerb über das Land seiner Vorfahren teilgenommen.

Witten..  Eigentlich stand er mit Sprachen immer auf Kriegsfuß, hat das Fach Englisch in der Schule gehasst und in Deutsch auch nie gern Goethe gelesen. 2008 dann wollte er es noch einmal versuchen und Spanisch lernen. Doch dann kam Timo Tölle aus Annen die Ahnenforschung dazwischen. Und weil die Familie seiner Oma ursprünglich aus Polen stammt, belegte der 34-Jährige kurzerhand den ersten Polnisch-Kurs an der Volkshochschule. Bei einem sollte es nicht bleiben. Seitdem kennt er sich nicht nur mit Vokabeln und Grammatik aus, sondern auch mit Geschichte und Kultur des Landes. So gut, dass er zwei Mal an einem Wissenswettbewerb teilnahm.

Beim ersten vor zwei Jahren kam Timo Tölle, der im beruflichen Leben Informatiker ist und in Köln arbeitet, bei rund 1000 Bewerbern bis ins Finale und belegte den sechsten Platz. Kürzlich, Anfang Mai, schaffte er es erneut bis in die letzte Runde und auf den zwölften Platz. Um so weit zu kommen, musste er zunächst, wie alle Bewerber, 71 Fragen zum Thema Europa mit Schwerpunkt Polen im Ankreuzverfahren beantworten. Dabei erreichte der Wittener die volle Punktzahl. Auch die Aufgabe, einen kurzen Werbetext für „Vielfalt und Mehrsprachigkeit in Europa“ zu schreiben, meisterte er zur Zufriedenheit der Jury. Beim Finale selbst stand in diesem Jahr eine zehnminütige Präsentation auf dem Programm. Kein Problem für Tölle, der längst stundenlang über Polen sprechen kann.

„Ich gucke viele Fernsehberichte zu dem Thema“, erklärt er. Außerdem fährt Tölle regelmäßig einmal im Jahr nach Krakau. Auch dort absolviert er einen Polnisch-Kurs. Seit 2012 reist er zusätzlich in andere polnische Städte – etwa nach Breslau, Danzig, Warschau, nicht zuletzt aber auch nach Posen, von wo seine Familie kommt, und nach Tczew, der Wittener Partnerstadt. Timo Tölle ist natürlich Mitglied des Freundschaftsvereins – das jüngste.

Fließend Polnisch spricht er trotz all seines Engagements noch nicht. „Die Sprache klingt schön und es macht viel Spaß, sie zu sprechen, weil man in Polen immer ein positives Feedback kriegt.“ Doch sei sie sehr schwer zu lernen: „Es gibt allein sieben Fälle, sogar Namen werden dekliniert.“ Und dann die Verniedlichungen: Aus Timo werde so „Timek“. Doch echte Probleme macht Tölle der Genitiv, denn da wird er zu „Tima“.

Über die Sprache lernte er natürlich auch die Menschen dort kennen. Und merkte schnell, dass das hierzulande nach wie vor eher schlechte Image nicht zutrifft: „Die sind sehr gastfreundlich, fleißig, offen für Neues und man kriegt schnell Kontakt.“ Mit der Vhs und dem Freundschaftsverein Tczew-Witten plant Timo Tölle im Sommer eine Fahrt nach Krakau. Doch im nächsten Jahr hat er sich vorgenommen, seine Angst vor der englischen Sprache loszuwerden. Bei einer Reise nach Irland. Mit Sprachkurs in Dublin. Und Whiskyprobe.