Wittener Jugendchor sucht dringend Verstärkung

Die „SoulTeens“ brauchen dringend „Neue“.
Die „SoulTeens“ brauchen dringend „Neue“.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die „SoulTeens“ gehören seit fünf Jahren zur Creativen Kirche. Jetzt werben die jungen Leute um neue Mitstreiter für ihre Auftritte.

Witten..  „Hier geht es nicht nur um das Singen, sondern vor allem um die Gemeinschaft“, schwärmt Monique. Die 16-Jährige ist seit vier Jahren bei den „SoulTeens“, dem Jugendchor der Creativen Kirche. Nun suchen die 20 Jugendlichen, die aktuell mitmachen, weitere Stimmen: „Wir würden bis zu 150 Neue aufnehmen“, sagt Jugendreferent Maik Voswinkel (35). Am 27. Februar findet für Interessierte daher eine offene Chorprobe an der Sandstraße statt.

Wer die Creative Kirche kennt, der weiß: Hier mitzusingen, das bringt vor allem Spaß, hat aber auch was mit Kirche zu tun. Jeden Freitag probt der Jugendchor: Für zwei Stunden trällern Jungen und Mädchen die eigens für die SoulTeens geschriebenen Songs. „Aber wir singen auch andere Lieder – eigentlich alles, was gut klingt und ein wenig Inhalt transportiert“, sagt Voswinkel. „Read all about it“, der große Hit von Emeli Sandé, ist zum Beispiel Florentinas (12) und Lillys( 11) Lieblingslied. Die beiden Schülerinnen gehören seit den letzten Sommerferien zum Chor.

Kassel, Hamburg, Schweden

Wenn die Älteren von den vielen Chorfahrten erzählen, hören die Neuen gespannt zu: Hamburg, Schweden, Kassel – die jugendlichen Sänger hatten seit der Gründung vor fünf Jahren so manchen Auftritt auf großer Bühne: „Auf dem Kirchentag 2013 in Hamburg haben wir vier Konzerte gegeben“, erinnert sich Linda Fornefeld. Viele Menschen seien zum Zuschauen und Mittanzen gekommen und abends habe man gemeinsam die Stadt unsicher gemacht. „Das schweißt zusammen. Hamburg war einfach ziemlich geil“, so die 19-Jährige.

Die ehemalige Albert-Martmöller-Schülerin gehört noch zur ersten Riege – die meisten ihrer damaligen Gesangsfreunde haben mittlerweile den Chor verlassen. „Jetzt suchen wir Ersatz für sie“, erklärt Linda, die künftig auch Chorleiterin Miriam Schäfer als Teamerin begleitet. Traurig, dass jetzt ein Umbruch stattfindet? „Nein. Man findet immer neue Freunde“, ist sich die junge Frau sicher.

Zu den Proben gehört stets auch eine kleine Andacht. Dennoch: Jeder darf mitmachen. Muslime, Katholiken, Atheisten – wer eben Lust hat. Und doch werden zwischen Gesangsübung und Text lernen christliche Werte vermittelt. Mia etwa habe bei der „Crea“, wie die Gemeinde von den Jugendlichen genannt wird, einen ganz anderen Eindruck von Kirche bekommen, als beim Konfirmanden-Unterricht. Die 14-Jährige weiß nun: „Kirche ist nicht immer nur aus der Bibel lesen.“

Mit über 1000 Flyern wollen die Jugendlichen jetzt in den Schulen um Verstärkung werben. Die erste Probe ist dabei keinesfalls so etwas wie ein Casting. Gesangserfahrungen werden nämlich nicht vorausgesetzt. Den Einzelnen höre man ohnehin nicht so sehr aus der Masse heraus, schmunzelt Linda Fornefeld.