Wittener Jäger warnen vor Wildwechsel auf Ausfallstraßen

Nur keine gefährlichen Ausweichmanöver riskieren, wenn plötzlich  Wild vors Auto läuft, warnen Polizei und Jägerschaft.
Nur keine gefährlichen Ausweichmanöver riskieren, wenn plötzlich Wild vors Auto läuft, warnen Polizei und Jägerschaft.
Foto: wp
Was wir bereits wissen
Gerade im Juli und August, wenn die Rehe Paarungszeit haben, kommt es zum verstärkten Wildwechsel auf Wittener Ausfallstraßen, warnt die Jägerschaft.

Witten.. „Wir erhalten immer wieder Anrufe von der Polizei oder von betroffenen Verkehrsteilnehmern, dass auf der Straße ein Reh oder ein anderes Wildtier angefahren wurde“, erklärt Bernd Dieter Epp, Geschäftsführer der Jägerschaft Witten. Der Verein warnt: Im Juli und August sind Rehe besonders aktiv. Deshalb sollten Autofahrer in den nächsten Tagen und Wochen das Straßenwarnschild „Wildwechsel“ besonders beachten.

Von Anfang Juli bis Ende August kommt es nach Angaben der Jägerschaft auf den Ausfallstraßen Wittens zu vermehrtem Wildwechsel. Schwerpunkte sind alle Strecken durch Wälder und Felder, zum Beispiel der Kohlensiepen am Hohenstein oder die Ardeystraße, die durch die Waldgebiete Herren- und Buchenholz Richtung Herdecke führt. Auto- und Motorradfahrer sollten besonders in der Dämmerung und nachts, aber auch tagsüber besonders vorsichtig fahren, so der Appell der Jäger.

Paarungszeit der Rehe treibt Tiere auf die Straße

Grund für den verstärkten Wildwechsel ist die Paarungszeit der Rehe, die im Juli beginnt und Ende August endet. Dabei treiben die Rehböcke die weiblichen Tiere oder Ricken, wobei Haupt- und Nebenstraßen in „wilder Flucht“ überquert werden, wie es heißt. Hinzu kommt, dass die Tiere ihre gewohnte Deckung verloren haben. Felder sind abgeerntet. Deshalb sucht sich das Wild andere Wiesen oder Felder, die ihm einen besseren Schutz bieten.

Wenn Tiere in Sicht kommen, sollte sofort abgebremst und das Fernlicht abgeblendet werden. Ist ein Zusammenstoß unvermeidlich: „Auf keinen Fall gefährliche Ausweichmanöver durchführen!“ warnt die Jägerschaft. Schäden einer Kollision mit einem Baum oder gar einem entgegenkommenden Fahrzeug „übersteigen bei aller Tierliebe die eines Wildunfalls beträchtlich, von möglichen Personenschäden ganz zu schweigen“.

Bei Unfall sofort die Polizei informieren

Kommt es zu einem Wildunfall, ist unverzüglich die Polizei zu benachrichtigen, so die Experten. Dies sei wegen des Tierschutzes auch erforderlich, wenn das Tier nur angefahren wurde und sich nicht mehr an der Unfallstelle befindet. Dann muss ein für dieses Revier zuständiger Jäger benachrichtigt werden, der sich um das verletzte Tier kümmert.

Auf keinen Fall dürfe ein getötetes Wildtier mitgenommen werden. Das wäre Wilderei und würde strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Im Fall eines Unfalls übernimmt die Teilkasko den Schaden.