Wittener Imker haben Angst um ihre Bienenvölker

Die Bochumer Biologin Dr. Pia Aumeier, hier am Lehrbienenstand auf dem Wittener Hohenstein, hat mit Faulbrut infizierte Wabenstückeim Dezember entdeckt. Foto: Walter Fischer / Funke Foto Services
Die Bochumer Biologin Dr. Pia Aumeier, hier am Lehrbienenstand auf dem Wittener Hohenstein, hat mit Faulbrut infizierte Wabenstückeim Dezember entdeckt. Foto: Walter Fischer / Funke Foto Services
Foto: Fischer / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Bei Wittener Imkern geht die Angst um. Der Grund: Eine Biologin der Ruhr-Universität hat Waben entdeckt, die jemand mit der Faulbrut infiziert hat.

Bienen-Alarm an der Stadtgrenze Bochum/Witten: Mitte Dezember hat Imkerin Pia Aumeier bei ihren Völkern im Lottental Wabenstücke entdeckt, die mit der amerikanischen Faulbrut infiziert waren. Eine Krankheit, die den Bienen-Nachwuchs tötet.

Aumeier, Biologin an der Ruhr-Universität, hat einen schlimmen Verdacht: „Da hat jemand vorsätzlich versucht, unsere Bienen zu infizieren!“ Die Uni hält Bienenvölker zu Forschungszwecken. Das Bochumer Veterinäramt hat vorsorglich einen Sperrbezirk für Bienen an Bochums Stadtgrenze eingerichtet, im Radius von einem Kilometer rund um den Fundort der infizierten Waben.

Bedeutet: Es dürfen derzeit keine Bienevölker aus dem Sperrbezirk aus- oder eingeführt werden. „Bei Faulbrut wird nur im Umkreis von einem Kilometer gesperrt. Daher liegt die Grenze genau am Kemnader-See“, erklärt Peter Richter, Leiter des Veterinäramtes des Ennepe-Ruhr-Kreises.

Erst in wenigen Wochen ist Brut in den Völkern

Mitte Dezember ist Forscherin Pia Aumeier zu einem Futtertank auf dem Gelände der Ruhr-Universität gegangen, der in unmittelbarer Nähe der Bienen steht. „Ich wollte den Tank gegen Sturm sichern“, erzählt die 45-Jährige. Unter Laub machte die Biologin dann den brisanten Fund: Wabenstücke, abgelegt von jemandem, der dort nichts zu suchen hatte. „Sie waren bereits verschimmelt, daher vermute ich, dass sie schon länger dort lagen“, sagt Aumeier, die jährlich viele Jungimker in die Arbeit mit den Bienen einführt.

Der Infektionsherd, so Aumeier, könnte schon im September abgelegt worden sein. Zu einem Zeitpunkt, als die braun-gelben Insekten noch flogen und Futter sammelten. Daher sei es gut möglich, dass sich die Bienen der Ruhr-Uni an diesem Standort mit der Faulbrut ansteckten. Ob dies so ist, wird das Veterinäramt in wenigen Wochen wissen, weil erst dann wieder Brut in den Völkern ist.

Ein Opfer von Verleumdungen

Die Imkerin hat einen Verdacht: „Ich wurde schon häufiger Opfer von Verleumdungen“, sagt sie. Wohl nicht alle Imker seien mit ihren Ansichten über die Bienenhaltung einverstanden. Aumeiers Sorge ist, dass noch mehr Infektionsherde in der Umgebung ausgelegt worden sind. „Das kann nur ein Psychopath sein“, meint Andreas Le Claire (56), der Vorsitzende des Kreisimkervereins in Bochum. Ingrid Tacke-Unterberg, Imkerin aus Bochum-Stiepel, findet die ganze Sache „wirklich grauenhaft! Wir kämpfen um jedes Volk und irgendwer macht so etwas absichtlich“.

Die Imkerschaft rückt jetzt zusammen und sucht den oder die Täter in den eigenen Reihen. Der Kreisimkerverein Ennepe-Ruhr-Kreis hat eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt. Denn klar ist: Wenn sich die Seuche verbreiten sollte, müssten viele Bienenvölker in Witten und Bochum getötet werden.