Wittener Hausmeister zahlt Gebühr fürs Kakaogeld

Thomas Vorwerk ist Hausmeister an der Baedekerschule. Das Kleingeld, dass er beim Kakaoverkauf in den Pausen einnimmt, wollte er bei der Sparkasse in Scheine wechseln lassen.
Thomas Vorwerk ist Hausmeister an der Baedekerschule. Das Kleingeld, dass er beim Kakaoverkauf in den Pausen einnimmt, wollte er bei der Sparkasse in Scheine wechseln lassen.
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Was wir bereits wissen
Beim Umtausch der Münzen wollte die Sparkasse fünf Euro von Thomas Vorwerk, obwohl er Kunde ist. Das war rechtens.

Witten..  Thomas Vorwerk ist Hausmeister an der Baedekerschule. Und als solcher verpflichtet, regelmäßig das Kakaogeld einzusammeln. Dabei kommen eine Menge Münzen zusammen, die der 53-Jährige regelmäßig bei der Sparkasse zählen lässt, um dann den Betrag in Scheinen gleich wieder mitzunehmen. „Seit 16 Jahren mache ich das so“, sagt Vorwerk, der dort ein Konto hat. Doch neulich lief die Sache anders als geplant. Denn der Kassierer forderte eine Gebühr von ihm.

Fünf Euro sollte der Hausmeister in der Filiale an der Wideystraße plötzlich zahlen. So laute die Anweisung, entgegnete ihm der Herr hinterm Schalter. „Ich bin dann zur Hauptstelle gegangen.“ Das gleiche Spielchen. „Dabei war die Sache doch sonst in drei Minuten erledigt“, sagt Vorwerk: Der Mitarbeiter habe das Geld in die Zählmaschine gegeben und ihm die Summe wieder ausgehändigt. Dass dafür jetzt eine Gebühr verlangt wird, wo Vorwerk doch Kunde des Kreditinstituts ist, hält er für schlechten Service. Sparkassen-Sprecher Klaus-Peter Nehm sieht das anders.

„Wenn der Kunde das Geld bei uns zählen lässt und dann gleich wieder mitnimmt oder es unter Umständen vielleicht sogar bei einer anderen Bank einzahlt, ist es legitim, dafür eine Gebühr zu verlangen“, sagt er und erklärt: „Seit September 2014 ist das so.“ Kreditinstitute seien gehalten, sobald sie Bargeld annehmen, die Scheine oder Münzen auf Echtheit zu prüfen. Weil das schließlich einen gewissen Kostenaufwand bedeutet, werden jetzt fünf Prozent der gezählten Summe oder mindestens fünf Euro als Gebühr erhoben. Und zwar bei Nichtkunden „und wenn die Kleingeldeinzahlung umgehend wieder abgehoben wird“. Wer das Geld aufs Girokonto einzahlt, ist raus aus der Nummer.

Dass der Hausmeister das Kakaogeld, das die Lieferfirma von seinem Konto abbucht, erst jetzt mit der Gebühr konfrontiert wurde, erklärt Nehm so: „Eventuell hat der eine oder andere Kassierer das aus Gewohnheit noch wie früher gemacht.“