Wittener gesteht Spielhallen-Raub in Bebelstraße

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Was wir bereits wissen
Annener überfiel im Januar Geschäft in der Bebelstraße, in dem er selbst zockte. Angestellte vor Gericht: „Ich war in einer Schockstarre“.

Witten..  Es war ein Schock für die zwei Kassiererinnen: Ein maskierter Räuber stürmte Anfang Januar mit einer Pistole in eine Spielhalle in der Bebelstraße. Mit rund 700 Euro flüchtete er in die Nachbarschaft. Dafür muss der Täter, ein 28-jähriger Wittener, nun womöglich einige Jahre hinter Gitter. Er hat am Dienstag vor dem Bochumer Landgericht ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Der wegen schweren Raubes Angeklagte war in der Spielhalle kein Unbekannter. Immer verzockte er dort regelmäßig sein Arbeitslosengeld. „Ich hatte ein schlechtes Gewissen meiner Freundin gegenüber, weil ich viel Geld verspielt hatte. Da ist mir der Gedanke gekommen, mir das Geld in der Spielhalle zurückzuholen“, so der Vater eines sieben Monate alten Kindes. Angeblich stand er zu diesem Zeitpunkt unter Einfluss von Aufputschmitteln.

Gaspistole und Elektroschocker dabei

Am Tattag wohnte der 28-Jährige nicht wie sonst mit seiner Partnerin zusammen, sondern kam bei einem Freund unter, der unweit der Spielothek lebt. Und der hatte auch gleich die passende Ausrüstung: „Ich wusste, dass er eine Waffe und einen Elektroschocker in der Wohnung hatte.“ Während sein Freund noch schlief, packte der Angeklagte seine Sachen: einen Beutel für die Beute unter die Jacke, Gaspistole und Elektroschocker in die Taschen.

Da dachten die beiden Angestellten der nahegelegenen Zockerbude noch an einen normalen Dienstagmorgen. Doch auf einmal stürmte der Annener ins Innere – maskiert, Waffe in der rechten, Elektroschocker in der linken Hand. „Geld her, ich tue keinem was“, soll er geschrien haben. Dass es sich um einen ihrer besten Kunden handelte, wussten die Kassiererinnen da noch nicht. Auch nicht, dass die Pistole nicht geladen war. Im Gegensatz zum Angeklagten: „Ich wusste, dass sie nicht geladen war“, behauptete er. Dass in der Waffe keine Munition war, könnte am Ende das Strafmaß noch etwas mildern.

Räuber wollte schnell wieder weg

„Ich war schockiert, in einer Art Schockstarre“, sagte eine Angestellte, die heute noch immer unter der Tat leidet, vor Gericht. Sie habe viel Angst verspürt. Angst, Geld beim Befüllen des Beutels zu verlieren und den Täter wütend zu machen, aber auch „Angst, dass er mir was tut, wenn ich ihn anschaue und ich ihn erkenne“. Daran verschwendete der 28-Jährige aber scheinbar keinen Gedanken. Ihm war eher wichtig, nicht das ganze „Klimpergeld“ eingepackt zu bekommen. „Ich wollte nicht zu lange drin bleiben.“

Etwa nach einer Minute war der Spuk für die Angestellten vorbei. Der Annener flüchtete zu seinem Freund ein paar Häuser weiter. Am Ende wurde ihm seine Bekanntheit in der Spielothek zum Verhängnis: Eine Angestellte erkannte ihn an der Stimme wieder.