Wittener gesteht Missbrauch seiner Arbeitskollegin
12.02.2010 | 13:34 Uhr 2010-02-12T13:34:00+0100
Witten Ein 30-jähriger Mann hat jetzt gestanden, seine 56-jährige Arbeitskollegin mit K.O.-Tropfen betäubt, sie in seine Wohnung gebracht und dort missbraucht zu haben. Er war auf dem Weg dorthin von Zeugen beobachtet worden und hatte seine Taten auch noch mit seinem Handy fotografiert.
Mehrere Wochen haben sich die Ermittler aus dem Bochumer Fachkommissariat für Sexualdelikte (KK 12) mit dem ungewöhnlichen Missbrauchsfall beschäftigt, der nun an die Staatsanwaltschaft für die Anklageerhebung weitergeleitet worden ist.
Der 30-jährige Mann und seine Arbeitskollegin (56) hatten am 7. Januar zum Feierabend eine Tasse Kaffee getrunken und dazu ein Stück Kuchen gegessen. Gegen 15.20 Uhr verließen beide das Büro und fuhren mit dem Bus in Richtung Zentrum. Schon beim Besteigen des Busses fühlte sich die 56-Jährige nicht ganz wohl.
Frau konnte sich an nichts erinnern
An der Haltestelle „Marienhospital“ verließen die beiden Angestellten gegen 15.45 Uhr den Bus. Zu diesem Zeitpunkt war die Frau bereits in einer Verfassung, in der sie nichts mehr bewusst wahrnehmen konnte. Erst am 8. Januar wachte sie gegen 5.30 Uhr in vollständiger Bekleidung in der Wohnung ihres Kollegen auf. Sie konnte sich weder erinnern, wie sie in die Wohnung gekommen, noch, was dort geschehen ist.
Der Wohnungsinhaber brachte die Kollegin zu ihrer Wohnung und entfernte sich, noch bevor die Tür geöffnet wurde. Durch ihre Angehörigen wurde die Frau ins Krankenhaus gebracht. Da auch äußerliche Verletzungen diagnostiziert wurden, wurde die Polizei informiert. Das KK 12 nahm die Ermittlungen auf. Der 30-Jährige wurde festgenommen und einem Richter vorgeführt. Dieser erließ einen Haftbefehl. Zu diesem Zeitpunkt bestritt der Wittener strafbare Handlungen.
Kuchen war mit Medikament präpariert
Im Rahmen der Ermittlungen wurde festgestellt, dass der 56-Jährigen ein rezeptpflichtiges Medikament verabreicht worden war, das als „K.O.-Mittel“ bekannt ist. Aufgrund der umfangreichen Berichterstattung in den Medien konnte der Weg der beiden Personen lückenlos rekonstruiert werden, so die Polizei. So berichteten mehrere Zeugen von der starken Benommenheit der Frau, die schon im Bus und auf dem Weg zur Wohnung des Beschuldigten, auf die „Hilfe“ ihres Begleiters angewiesen war.
Bei der Auswertung des Handys des Mannes stellten die Ermittler fest, dass der Übergriff auf die hilflose Frau aufgezeichnet wurde. Mit den Fakten konfrontiert, gab der 30-Jährige seine Tat zu. Der Mann gestand ein, dass er einen Muffin mit dem Schlafmittel präpariert hatte, um die 56-Jährige zunächst zu betäuben und dann in seiner Wohnung zu missbrauchen.
Bislang, so die Polizei, gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass der Mann weitere Taten dieser Art begangen hat.
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