Wittener Geschäftsleute geben Ehrenamtlern Rabatte

Einer, der Ehrenamtlern im Wittener Wiesenviertel Rabatte gewährt: Sebastian Brunnstein vom Geschäft „Du und Wir“.
Einer, der Ehrenamtlern im Wittener Wiesenviertel Rabatte gewährt: Sebastian Brunnstein vom Geschäft „Du und Wir“.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
2010 startete die Aktion: Einige Einzelhändler gewähren Ehrenamtlern Preisnachlässe. Jetzt machen auch zehn Geschäftsleute aus dem Wiesenviertel mit.

Witten..  955 Wittener, die sich in der Stadt ehrenamtlich engagieren, hat die Freiwilligen-Agentur Fokus in ihrer Kartei. Diese schätzt, dass es in Witten noch Hunderte weiterer Bürger gibt, die anderen etwas Gutes tun, ohne dafür Geld zu verlangen. Wer hilft, hat ein Dankeschön verdient, finden einige Einzelhändler und gewähren Ehrenamtlichen Rabatte. Jetzt machen auch zehn Geschäfte des Wiesenviertels mit.

Preiswerter einkaufen können Menschen mit einem Ehrenamt damit jetzt bei insgesamt 27 Geschäften, überwiegend kleinen inhabergeführten Läden in der Innenstadt. Die Voraussetzung ist: Der freiwillige Helfer verfügt über eine Ehrenamtskarte. Eine Idee des Landes, die die Aktion vor acht Jahren auf den Weg brachte. Witten macht seit 2010 mit.

Die Karten werden in der Stadt von der Freiwilligen-Agentur vergeben. Wer eine hat, kann jetzt auch bei Michael Kapmeyer vom Laden Naturtuche in der Steinstraße günstiger einkaufen.

Der 36-Jährige, der am Mittwoch als einer der neuen „Partner des Ehrenamtes“ im Rathaus von der Bürgermeisterin begrüßt wurde, weist auf seine Teilnahme – wie die übrigen Geschäftleute – mit einem goldenen Aufkleber an seiner Eingangstür hin. Die Aufschrift ist für ihn Programm: „Ehrensache – wir unterstützen das Ehrenamt.“

Denn Kapmeyer ist selbst Ehrenamtler. Der 36-Jährige macht bei der Naturschutzgruppe Witten und der Freifunk-Initiative mit. Auch Geschäftsinhaber Sebastian Brunnstein vom Laden „Du und Wir“ am Humboldtplatz kennt eine ehrenamtliche Tätigkeit aus persönlicher Erfahrung. „Während meiner Ausbildung zum Koch, habe ich für die Tafel gearbeitet.“

„Freiwillige Helfer werden in fast allen Lebensbereichen gebraucht“

Judith Bierey, die bei der Freiwilligen-Agentur Fokus für die Ausgabe der Ehrenamtskarten zuständig ist, freut sich über jeden Engagierten. „Denn ohne diese Leute wäre ganz vieles nicht möglich.“

Ob Freiwillige Feuerwehr, das Rote Kreuz, die Sportvereine oder die „grüne Damen“, die Krankenbesuche in Kliniken machen – „freiwillige Helfer werden in fast allen Lebensbereichen gebraucht“, betont Bierey. Vor allem in Zeiten knapper Kassen. Eine Ehrenamtskarte bekommt von der 45-Jährigen, wer sich seit mindestens zwei Jahren fünf Stunden in der Woche für seine Mitmenschen einsetzt.

Georg Lau ist einer der 955 Kartenbesitzer. Er ist für das Kaufmännische beim TuS Bommern zuständig – unentgeldlich. 42 Jahre ist der leidenschaftliche Handballer dort Mitglied. „Nach meiner Pensionierung wollte ich meine Zeit sinnvoll gestalten“, so der 71-Jährige. Und fügt schmunzelnd hinzu: „Die Arbeit hält mich im Übrigen fit!“