Wittener Genossen fordern mehr Klarheit bei Finanzen

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Was wir bereits wissen
Genaue Auskunft über die Kassenlage der SPD verlangten Mitglieder beim Parteitag. Der neue Vorsitzende blieb ihnen die Antwort schuldig.

Witten..  Nein, so richtig will es mit der Harmonie in der SPD noch nicht klappen – trotz aller Appelle der scheidenden Vorsitzenden an die Geschlossenheit. In der letzten Reihe rührt sich beim Parteitag jedenfalls kaum eine Hand zum Applaus, als Christel Hummes Nachfolger Ralf Kapschack Bürgermeisterkandidat Schweppe die volle Unterstützung im Wahlkampf zusichert.

Dort, in der letzten Reihe, saß die Leidemann-Fraktion, jene Genossen, die die amtierende Bürgermeisterin gerne wieder aufs Schild gehoben hätten und sich mit ihrem Rauswurf aus der Partei gar nicht anfreunden können. Der mit 70 Prozent neu gewählte SPD-Stadtverbandsvorsitzende Ralf Kapschack stellte in seiner Antrittsrede noch einmal ausdrücklich klar, dass er voll und ganz hinter dem Parteiordnungsverfahren gegen die Bürgermeisterin steht, auch wenn dies gar nicht Sache des Stadtverbandes sei. Darauf wies Kapschack auch in seiner Antwort auf Alt-Bürgermeister Klaus Lohmann hin.

Vorsitzender steht hinter Parteiausschluss Leidemanns

Dieser hatte kritisiert, dass an der Entscheidung der Schiedskommission zum Parteiausschluss weder der frühere Landtagspräsident Ulrich Schmidt noch der ehemalige Hattinger Bürgermeister Dieter Liebig beteiligt gewesen seien – anders als zunächst mitgeteilt worden war. „Wäre es da nicht fair gewesen, das richtigzustellen?“ fragte Lohmann. Es gehe nicht darum, wer die Entscheidung in der Schiedskommission getroffen habe, sondern darum, dass dies eindeutig geschehen sei, antwortete ihm Kapschack.

Kritik übte Doris Eger, die mit der Kontrollkommission, die Kasse prüfte, an einer fehlenden Übersicht über die Parteifinanzen. „Ich habe ein Problem damit, als Mitglied nicht gesagt zu bekommen, wie viel in der Kasse ist“, sagte sie. Die Auskunft „genug“ sei zu wenig. „Wie viel ist in der Kasse, wie viele Mitglieder hat die Partei?“ hakte ihr Ortsvereinschef Walter Sander nach. Doch die Antwort wollte der neue Vorsitzende und letzte Schatzmeister zumindest in der Öffentlichkeit nicht geben. Ralf Kapschack verriet nur: Der Stadtverband sei für die kommenden Herausforderungen gut gerüstet, „jedenfalls finanziell“.

„Wie viel ist in der Kasse?“ fragt der Stockumer Ortsvereinschef

Dass er die Parteiführung in einer schwierigen Phase übernimmt – dort das Leidemann-Lager, hier die Gegner – begründete der Bundestagsabgeordnete mit einem Satz von Sänger Hannes Wader: „Es zählt nur das, was wir tun.“