Wittener Gemeinde startet in die närrischen Tage

Helau: In der St. Vinzenz von Paul-Gemeinde stieg der traditionelle närrische Abend.
Helau: In der St. Vinzenz von Paul-Gemeinde stieg der traditionelle närrische Abend.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Mit dem närrischen Abend der St. Vinzenz von Paul-Gemeinde beginnen in der Stadt die Karnevalstage.Pater Kasimir lieferte witzigen Auftritt ab.

Witten..  Auch in Witten fiel der Startschuss für die jecke Zeit: Wieder einmal feierten die Narren im Saal der St. Vinzenz von Paul-Gemeinde Karneval. Pünktlich um 19.11 Uhr eröffnete Hermann Kuper, ganz schick in weißem Sakko und Fliege, am letzten Samstag den bunten Abend mit lautem Helau!

Im Publikum leuchteten die Kostüme der Damen, glänzten rot die Nasen der Clowns. Sträflinge in gestreifter Kluft saßen friedlich neben einem Sheriff mit Revolver am Holster. Von gegenüber lachte ein Showgirl mit schwarzem Flitterkleid und Feder im Haar den Männern zu, um sich dann aber lieber doch dem stattlichen Kapitän in weißer Uniform zuzuwenden. Eine runde Erdbeere am Büffet, die Kartoffelsalat mit Würstchen verdrückt? An diesem Tag ist alles erlaubt! Vor allem Tanzen, Singen, Lachen. Für letzteres war Pater Kasimir höchstpersönlich zuständig.

Pfarrsekretärin Josefine Schmidt

Als Pfarrsekretärin Josefine Schmidt, mit blonder Lockenperücke, Rock und Bluse, parodierte er gekonnt ein Gespräch zwischen einem Neuling am Computer und der IT-Servicehotline. Denn Frau Schmidt hat einen Computer bekommen. „Einen Komposter oder so ähnlich“, wie sie es nennt. Der würde jedoch nicht funktionieren. „Schließen Sie doch mal das Fenster“, kommt die Anweisung von der Fachfrau. „Auch die Tür?“, Antwort von Frau Schmidt. Und: „Vielleicht haben Sie einen Virus“, mutmaßt die Dame von der Hotline. „Woher wissen Sie denn das? Seit gestern, ja, etwas Durchfall“, wundert sich Frau Schmidt. Spätestens bei diesem Satz lachte die ganze Gemeinde. Selbst der Teufel, in schwarzem Umhang und mit gefährlich rot leuchtenden Hörnern, wischte sich die Lachtränen aus den Augen.

Zwischen den Programmpunkten ließen es sich die Narren bei belegten Brötchen mit Mett und Zwiebeln oder Koteletts gut gehen. „Alles selbst gemacht von den Frauen der Gemeinde“, so Joachim Isken. Der als Polizist verkleidete, stämmige und hochgewachsene Mann wird später als Cheerleader auf die Bühne gehen. Zusammen mit fünf weiteren Männern in Strumpfhosen und Tüllröckchen. „Das haben wir ganz neu eingeübt“, erzählte er schmunzelnd. Mit von der Partie war auch Diakon Peter Kompalka. „Ich sage dazu nichts“, lachte er. So ganz geheuer schien ihm die Rolle als tanzendes Mädchen nicht zu sein. Für den Rest des Abends hatte er daher auch lieber ein ganz mannhaftes Kostüm gewählt und schob sich als Bierfass durch die Menge.

Nicht alle Funkenmariechen sind Mädchen

Dabei machten selbst die Kleinsten der Gemeinde den Rollenwechsel vor. Die Tanzgarde, auf den ersten Blick drei junge Mädchen in Funkenmariechen-Kostüm, schwangen die Beine und zeigten Akrobatik. Dabei war’s auf den zweiten Blick gar kein Mädchen, das einen Handstand machte und lachte: Der Applaus war groß, für Vivien, Marie – und Jonas.

Wie immer, wenn ein Programmpunkt zu Ende war, stimmte die ganze Gemeinde in ein fröhliche „Fiesta, fiesta bei St. Vinzenz, alle Narren treffen sich heut’“ ein. Frei nach der Melodie eines Rex Guildo-Hits. Doch mit dem umgedichteten Text hat es das Lied längst zur Karnevalshymne der Gemeinde gebracht.