Wittener Erzieherinnen suchen das Gespräch mit Eltern

Im Einsatz für Kinder: Erzieherin Mareike Lindemann (35) legte am Montag trotz Streiks Hand an.
Im Einsatz für Kinder: Erzieherin Mareike Lindemann (35) legte am Montag trotz Streiks Hand an.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Kinderfest auf dem Rathausvorplatz sollte ein lustiges Treiben werden. Warum es dennoch vom Frust überschattet wurde.

Witten..  Ein buntes Kindergetümmel sollte es werden, ein Fest für die Kleinen. Stattdessen äußerte sich am Montagnachmittag viel Frust bei den Großen. Der „Internationale Tag des Kindes“ fällt in die vierte Woche des Kita-Streiks, genau auf den Tag, an dem Arbeitgeber den Streikenden endlich ein Angebot vorlegen wollen. Und so fühlt sich das Verdi-Kinderfest auf dem Rathausvorplatz auch an.

Eltern finden Rückzahlung fair

„Wir improvisieren jetzt seit über drei Wochen, mein Verständnis geht so langsam gegen Null“, sagt Melanie Asar (42). Ihr Sohn Salih, fünf Jahre, besucht die städtische Kita Erlenschule. Normalerweise. Im Moment wird er allerdings von der großen Schwester betreut. Ebenso gefrustet ist Mutter Ines Bogs. Auch ihr Sohn Tim wird zurzeit daheim betreut, denn auch in der städtischen Kita Vormholz wird gestreikt. „Ich sehne mich nach einem Ende“, seufzt die 38-Jährige. Sie betont, dass sie die Forderungen der Erzieherinnen absolut berechtigt findet. „Aber wer unter dem Streik leidet, sind die Eltern und die Kinder.“ Ob die Stadt den Eltern die Kita-Gebühren für die Zeit des Streiks zurückerstatten soll, wie es zurzeit diskutiert wird, dazu hat Bogs eine klare Meinug: „Eine Rückzahlung wäre fair!“ Andere sehen das anders. „Wenn wir in Urlaub fahren oder die Kita Urlaub hat, müssen wir ja auch durchbezahlen“, meint Jessica Frühauf (34). Grundsätzlich hat aber auch sie Sympathie für die Streikenden. „Für die Eltern ist es schwierig, trotzdem haben die Erzieherinnen sehr gute Argumente.“

Einfach keine Wahl

Ungeduld herrscht nicht nur auf Seiten der Eltern. „Das Warten ist für niemanden schön“, meint Mareike Lindemann (35), die seit 15 Jahren als Erzieherin arbeitet und neben ihrem Vollzeit-Job auch noch ein Studium absolviert hat. Auf ihrem Lohnzettel schlägt sich die zusätzliche Qualifikation nicht nieder. „Diese Wertschätzung hat sich in Deutschland einfach nicht durchgesetzt.“ Sie hoffe sehr auf ein baldiges Ende des Streiks. „Wir streiken nicht gerne. Es macht keinen Spaß! Wir wollen den Eltern und Kindern nicht schaden.“

Hoffnung auf baldiges Ende

Dass Arbeitgeber und Streikparteien jetzt zu einem Ergebnis kommen werden, der Streik also auch in Witten ein baldiges Ende findet, darauf hofft Dorina Klaas (51), Erzieherin an der Kita Bachschule, die auch komplett bestreikt wird. „Die Arbeitgeber hätten ja längst ein Angebot vorlegen können. Zu diesem Streik hätte es überhaupt nicht kommen müssen.“