Wittener erzählen von ihrem ersten Auto

Michael Röder erinnert sich an jedes Detail seines ersten eigenen Autos.
Michael Röder erinnert sich an jedes Detail seines ersten eigenen Autos.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Unsere neue Serie erzählt Geschichten rund ums erste Auto. Wir fragen Fahranfänger und alte Hasen. Zum Auftakt blättern wir im Fotoalbum von Michael Röder.

Witten..  44 Jahre ist es her, doch Michael Röder erinnert sich noch an alle Einzelheiten. „Mein erstes wirklich eigenes Auto war dieser weiße Renault R4“, erzählt der 65-Jährige und zeigt auf ein vergilbtes Foto.

„1972 holte ich ihn direkt aus dem Laden, Da stand er und genau den wollte ich haben. 34 PS hatte er, 850 Kubik und nach fünf Jahren 255 000 Kilometer drauf.“ Nach solch langer Zeit und inzwischen 16 Autos später weiß der gelernte Elektriker sogar noch den Kaufpreis: „4500 DM hat der damals gekostet. Einen Großteil habe ich selbst durch meine erste Anstellung bei einem Maschinenbaubetrieb finanziert. Den Rest steuerten meine Eltern bei.“

Stolz sei er damals gewesen. Vor allem habe dieses Auto Mobilität bedeutet. „Das war zu dieser Zeit noch wichtiger als heute, wo der Nahverkehr besser ausgebaut ist.“ Gemeinsam mit seiner späteren Frau Helga hat er viele Fahrten unternommen: in den Schwarzwald, häufig zur Schwester in den Harz, auch mal in den Urlaub.

Besonders gerne erinnert er sich an einen Ausflug an den Nürburgring zu Ostern. Es lag Schnee und man war mit drei Autos unterwegs. Mensch, war das ein Spaß! Aber kurz vor der Abfahrt steckten die anderen beiden Wagen in der weißen Pracht fest: „Erst haben wir den ersten rausgeschoben, dann den zweiten und als mein R4 dran war, bin ich einfach rausgefahren“, erzählt der Rentner schmunzelnd. „Von der Motorisierung her hat dieses kleine Auto eine unglaubliche Leistung geschafft.“

Die besondere Möglichkeit zur Hilfe

Darüber hinaus sei dieses Fahrzeug die Möglichkeit gewesen, Freunden und der Familie zu helfen: „Meine Eltern und späteren Schwiegereltern hatten keinen Führerschein, also fuhr ich sie oft irgendwo hin.“ Auch bei Umzügen war der Wittener häufig gefragt.

Wie Michael Röder verbinden viele Ruhrstädter besondere Erinnerungen mit ihrem ersten eigenen Fortbewegungsmittel. Können Skurriles und Amüsantes erzählen, besondere Gefühle und Gedanken damit verbinden. Und das unabhängig davon, ob es 50 Jahre her ist, dass sie sich das erste Mal hinter das Steuer ihres Schätzchens setzten, oder erst ein Jahr. In den kommenden Wochen werden in unserer neuen Serie gesammelte Erlebnisse und Gefühle, die Leser mit ihrem ersten Wagen verbinden, zu lesen sein. Dabei muss es noch nicht mal das eigene Auto sein: Auch schöne Erinnerungen mit einem anderen Auto, sei es von Papa oder Freunden, sind an dieser Stelle willkommen.

Michael Röder seinerseits ist mit Autos, trotz der vielen, die er bis heute besessen hat, auf wenig sentimentale Weise verbunden; auch nicht mit dem ersten: „Ein Auto sollte zweckmäßig sein“, sagt er. „Der R4 war nicht schön, aber klein, wendig und praktisch. Und deshalb perfekt für diese Zeit.“