Wittener Eltern wollen Kita-Schließung nicht hinnehmen

Eltern wollen die Schließung des Augustinchens verhindern.
Eltern wollen die Schließung des Augustinchens verhindern.
Foto: FUNKE Foto Service
Was wir bereits wissen
Das Augustinchen in der Augustastraße soll dicht machen. Jugendamt räumt Nachfragedruck in der City ein: 40 Plätze fehlen

Witten..  Die Stimmung ist gedämpft in der Kita Augustinchen. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der Kindergarten in der Augustastraße in der Innenstadt schrittweise schließen wird. Schon im kommenden Kindergartenjahr 2015/16 wird die Einrichtung keine neuen Kinder mehr aufnehmen. Am Donnerstagmittag machten Eltern ihrem Ärger Luft.

„Wir werden die Schließung der Einrichtung nicht so ohne weiteres hinnehmen“, sagt Mutter Nadine Frey. Wie immer um ein Uhr mittags holt sie ihre beiden Kinder aus dem Augustinchen ab – als Elternbeiratsvorsitzende engagiert sie sich auch abends noch für die Belange der Kita. „Mein jüngstes Kind ist jetzt zweieinhalb und wird in zwei Jahren fast das letzte Kind sein, das noch hier betreut wird – das ist doch kein Zustand, wenn hier am Ende noch sechs Kinder bespaßt werden.

Dafür gebe ich mein Kind nicht in den Kindergarten“, sagt Frey. Außerdem sei die Nachfrage nach Kita-Plätzen in der Innenstadt hoch. „Für Familien ist es wichtig, dass sie die Kita zu Fuß erreichen können. Schon wenn die Kinder zur Sandstraße oder zur Bergerstraße gehen müssen, wird das ein Problem.“ Das sieht auch Mutter Ina Wollstein ähnlich. „Meine Tochter hat hier im Kindergarten Freundschaften mit Nachbarskindern geknüpft. Da kann sie sogar alleine hingehen. Für uns ist es wichtig, dass der Kindergarten um die Ecke liegt.“

Zukunft ist noch unklar

Was in Zukunft mit Kindern aus der Umgebung des Kindergartens Augustinchens geschehen soll, ist unklar. In der Übergangsphase sollen Geschwisterkinder in den beiden evangelischen Einrichtungen Sandstraße und Bergerstraße aufgenommen werden. Doch auch die stehen unter Druck. Und auch die städtische Einrichtung an der Luisenstraße, mit fünf Gruppen der größte Kindergarten Wittens, kann zurzeit keine zusätzlichen Kinder mehr aufnehmen.

„In der Innenstadt haben wir im Moment kaum Möglichkeiten, die fehlenden Plätze aufzufangen“, erklärt Jugendamtschefin Jutta Schmidt. Zumal auch die Notgruppe an der Sandstraße mit 20 Kindern im Sommer auslaufe. Mit den fehlenden Plätzen im Augustinchen sind das rund 40 Plätze, die im kommenden Kindergartenjahr wegfallen.

Neue Einrichtung erst 2018

„Langfristig wird die neue Einrichtung an der Dortmunder Straße mit vier Gruppen Entlastung schaffen. Aber die wird erst im Jahr 2018 fertig sein“, betont Schmidt. Die Stadt sucht im Moment nach Lösungen für den Übergang. „Zwei Notgruppen ab Sommer 2015 würden uns schon helfen“, meint Schmidt. Aber die müsste das Land bewilligen und bezuschussen.

Ein weiteres Problem: Auch der Kindergarten an der Sandstraße ist sanierungsbedürftig. „Wenn hier eine Notgruppe eingerichtet werden sollte, müsste erst renoviert werden“, so die Jugendamtschefin. Und das wäre mit ähnlichen Kosten verbunden wie die Renovierung des Augustinchens. „Hier stehen wir vor demselben Problem: Das Land bezuschusst nur Neugründungen, keine Renovierungen. Und wir als Stadt können das Geld für die Reparatur nicht aufbringen.“

Genaue Zahlen gibt’s Ende Februar

Wie viele Kinder im kommenden Kita-Jahr tatsächlich unversorgt sein werden? „Ende Februar werden die genauen Zahlen feststehen, am 15. März schicken wir die Förder-Anträge an das Landesjugendamt raus“, sagt Schmidt