Wittener Christen sollen für Flüchtlinge beten

Deutliche Worte fand die stellvertretende Superintendentin Heike Rienermann nach der Flüchtlingskatastrophe mit vermutlich über 900 Toten im Mittelmeer.
Deutliche Worte fand die stellvertretende Superintendentin Heike Rienermann nach der Flüchtlingskatastrophe mit vermutlich über 900 Toten im Mittelmeer.
Foto: Svenja Hanusch
Was wir bereits wissen
Die Menschen im Ev. Kirchenkreis sollen für die Opfer der Flüchtlingskatastrophe beten und die, die es bis zu uns schaffen, willkommen heißen.

Witten..  „Gott, wir sind verstört und betroffen.“ So beginnen Fürbittengebete für die Opfer der jüngsten Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer, zu denen der Ev. Kirchenkreis Hattingen-Witten aufgerufen hat.

„Ich möchte Sie bitten, in Gottesdiensten, Andachten und Gebeten die Situation der Flüchtlinge aufzugreifen und der namenlosen Toten zu gedenken“, heißt es in einem Schreiben der Vize- Superintendentin Heike Rienermann an die 17 Gemeinden. Und weiter: „Auch Klage über eigene Schuld und Ohnmacht darf dabei Raum finden.“

Der europäischen Politik wird eine Mitschuld gegeben. Rienermann: „In vielen Gesprächen höre ich, dass diese Tatenlosigkeit endlich ein Ende haben müsse-“ Die Sprockhöveler Pfarrerinspricht von einem humanitären Skandal“. Europa dürfe sich nicht länger abschotten, Flüchtlinge aus Afrika bräuchten legale Reisewege.

Die Gemeinden vor Ort werden aufgerufen, Petitionen zu unterzeichnen, Lobbyarbeit zu leisten und in Gesprächen immer wieder die Fakten „geradezurücken, die so mancher gerne ignoriert, wenn er „nicht meine Schuld“ oder „das Boot ist voll“ skandiert“. Denn natürlich gebe es Zusammenhänge zwischen Armutsflüchtlingen und westlichem Wohlstand, so Rienermann. Darauf weise etwa die aktuelle Weltwoche des Kirchenkreises in Hattingen hin. Die Flüchtlinge müssten aber auch eine Chance in ihren Heimatländern bekommen.

Die Menschen in den Gemeinden werden aufgefordert, Hilfe zu leisten. So endet die Fürbitte mit den Worten: „Lass Initiativen der Hilfsbereitschaft wachsen, Flüchtlinge bei uns willkommen zu heißen. Amen.“