Wittener China-Restaurant für Rollstuhlfahrer unerreichbar

Vor dem Fahrstuhl am Celestian-Bau: Lothar und Christel Winkler, die auf den Rollstuhl angewiesen ist.  Walter Fischer / Funke Foto Services
Vor dem Fahrstuhl am Celestian-Bau: Lothar und Christel Winkler, die auf den Rollstuhl angewiesen ist. Walter Fischer / Funke Foto Services
Foto: Fischer
Celestian-Aufzug ist an Öffnung der Tiefgarage gekoppelt und abends nicht nutzbar. Mit Rollstuhl oder Rollator ist Asia Pearl-Besuch da fast unmöglich.

Witten.. Kroepoek, Nasi Goreng, Schweinefleisch süß-sauer: Asiatisch essen im neuen Restaurant Asia Pearl im Celestian-Gebäude ist sicher lecker – wenn man denn hinaufkommt. Rollstuhlfahrerin Christel Winkler schaffte es kürzlich nur mit Hilfe ihres Mannes, denn der Aufzug vom Rathausplatz in die erste Etage des Gebäudes war außer Betrieb. Und die 67-Jährige ist nicht die einzige, die mit diesem Problem zu kämpfen hat.

„Mehrfach haben sich ältere Gäste, die auf Rollatoren angewiesen sind, bei uns beschwert: Warum geht Ihr Fahrstuhl nicht? Dabei ist es gar nicht unserer“, erzählt Mitarbeiter Yang von Asia Pearl. Der Aufzug gehöre Galeria Kaufhof, ebenso die Tiefgarage, zu der dieser hinabführe – und eben wieder rauf über die Rathausplatz- bis zur Asia Pearl-Etage. Er läuft aber nur so lange, wie die Tiefgarage geöffnet ist. Also montags bis freitags von acht bis 19.15 Uhr und samstags von acht bis 18.15 Uhr.

Rollstuhl mühsam raufgezogen

Solange nur Dienstleister und Läden mit etwa diesen Öffnungszeiten im Celestian-Gebäude waren, störten die Fahrstuhl-Nutzungszeiten niemanden. „Aber Restaurants besucht man eben eher abends nach 19.15 oder an Sonntagen. Und dann ist man bei diesem Aufzug gekniffen“, meint Lothar Winkler. Als das Ehepaar mit Freunden zu Himmelfahrt in die „Perle Asiens“ wollte und der Lift nicht lief, griffen die Winklers zur Notlösung: Der 70-Jährige zog den Rollstuhl mit seiner Frau die große Treppe hinauf – mühsam, Stufe für Stufe.

„Wir sind noch intern in Gesprächen. Unsere Abteilung Hausinspektion wird versuchen, eine Lösung zu finden“, heißt es auf unsere Nachfrage hin bei Galeria Kaufhof. Eine „kleine Lösung“, etwa indem das chinesische Restaurant einen Schlüssel für den Aufzug und seine elektrische Betätigung bekommt, funktioniere nicht: „Denn dann müsste er so geschaltet sein, dass man nur von der Rathaus- auf die Asia Pearl-Etage kommt. Er rauscht aber auch bis zur Tiefgarage durch. Und das ist aus Sicherheitsgründen und wegen möglicher Vandalismus-Schäden dort unten nicht zulässig“, wird argumentiert.

Rampe könnte Fahrstuhl-Theater verhindern

Oder man müsse mindestens zwei Wachleute für die Abendstunden, Sonn- und Feiertage in der Tiefgarage einstellen, habe man ihnen von Galeria-Seite in ersten Gesprächen erklärt, so erzählt Herr Yang. „Und man hat uns gesagt: Wir sind zu Änderungen bei der Fahrstuhl-Schaltung und -Technik bereit, wenn Sie investieren“, meint er weiter.

Einen anderen Vorschlag hat dagegen Lothar Winkler: „Vielleicht lässt sich ja eine Rampe bauen. Dann wären Rollstuhl- und Rollator-Nutzer vom Fahrstuhl-Theater unabhängig.“

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