Wittener Café mit Flair braucht neuen Chef

Geschäftsinhaberin Susanne Merkelbach (re.) und Freundin Beate Rumberg-Behrendts bedauern die Abgabe des Cafés und des Wollladens.
Geschäftsinhaberin Susanne Merkelbach (re.) und Freundin Beate Rumberg-Behrendts bedauern die Abgabe des Cafés und des Wollladens.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Susanne Merkelbach muss auch ihren Hevener Wollladen langfristig aufgeben. Sie sucht ab sofort einen Nachfolger, der Spaß an beidem hat.

Witten..  Viele heimelige Ecken, etwas rustikale Einrichtung und liebevolle Deko mit einer persönlichen Note. Kurzum: „Gemütlich wie bei Oma“. So beschreibt Susanne Merkelbach auch selbst ihr „Café Flair“ mit zugehörigem Wollgeschäft am Steinhügel 57. Beides hat sie erst im März 2014 eröffnet. Damals noch voller Zukunftsträume und Vorfreude auf viele Gäste und Kunden. Doch jetzt steht beides vor dem Aus. „Der Abschied fällt mir schon schwer“, sagt die 53-jährige Inhaberin mit traurigen Augen.

Sie muss den Laden abgeben. Aus privaten Gründen, wie sie erklärt. Viele werden sie wohl hier vermissen. Seien es die Strickdamen, die jeden Dienstag für einen netten Nachmittag mit Nadel und Wolle vorbeischauen und einen Kaffee trinken, oder auch ihre anderen Stammkunden. Zu besonders treuen Gästen sei auch enger Kontakt entstanden. Schließlich haben sie den Umzug der Woll-Kiste, Merkelbachs ehemaligem Wollgeschäft auf dem Hee, mitgemacht.

Spontan einkehrende Gäste im Café seien eher selten, sagt Merkelbach über das Tagesgeschäft. Der meiste Besuch komme regelmäßig von Gesellschaften, die das Café als Ort zum Brunch für Familienfeiern oder auch zum Beerdigungskaffeetrinken nutzen.

Im Café gibt es viel zu entdecken

Die Einrichtung des Cafés ist auf alt gemacht. Die Möbel stammen teilweise aus Haushaltsauflösungen oder sind aus der privaten Wohnung gestellt. Die Dekoration ist individuell, überall im Café gibt es für den Kenner und Liebhaber alter Schätzchen viel zu entdecken. Kaffeemühlen, die längst nicht mehr in Gebrauch sind, zieren das Regal über dem Tresen und Autogrammkarten von Schauspielern wie Zarah Leander und Theo Lingen sind auf dem Klavier aufgestellt. „Den Kuchen im Café habe ich selbst gebacken. Käsetorte, Himmelstorte, auch frische Waffeln mit Obst, Sahne und Eis habe ich den Kunden gern gereicht“, sagt Merkelbach. Das angeschlossene Geschäft habe sie hauptsächlich allein betrieben. Zu besonderen Anlässen mit Lesungen oder Kabarett-Veranstaltungen im Café habe sie Unterstützung von der Familie erhalten.

Ein Traumjob sei es definitiv gewesen. Und schnell bemerkt der Besucher, dass sich Merkelbach mit vielen Details in der Gestaltung Mühe gegeben hat. Weiterführen kann sie das „Café Flair“ trotz aller Liebe aber nicht. Ab Anfang Juli hat die gelernte Trauerbegleiterin und Notfallseelsorgerin eine Teilzeitstelle bei dem Bestattungsunternehmen Rumberg in Herbede angenommen.

Den ganz harten Schnitt in ihrem Berufsleben will Merkelbach aber nicht machen, für ihre Kunden und Gäste ist sie zunächst noch von donnerstags bis samstags im Café. Sonntags bleibt es aber vorerst geschlossen. Aufhören wird sie endgültig Ende des Jahres, wenn sich bis dahin kein Nachfolger findet. Ansonsten möchte sie die Räumlichkeiten bereits vorher übergeben. Ihr größter Wunsch für Geschäft und Café besteht darin, einen Nachfolger zu finden, der beides mit eigener persönlicher Note weiterführt und auch Spaß an der Arbeit und dem Kontakt mit den Kunden zeigt.