Wittener Café macht bei Kaffeespenden-Idee mit

Alexander Brede (re.) und Frederik Bury im Cafe des gemeinnützigen Vereins „Raum “ an der Wiesenstrasse.
Alexander Brede (re.) und Frederik Bury im Cafe des gemeinnützigen Vereins „Raum “ an der Wiesenstrasse.
Foto: FUNKE Foto Service
Was wir bereits wissen
Café Raum bietet neuen Service: Wer mag, kann ein Getränk für einen Bedürftigen bezahlen.Das Getränk kann später abgeholt werden...

Witten..  Einem Bedürftigen bei diesem grässlichen Wetter einen Kaffee spendieren, einem hungrigen Obdachlosen ein Croissant spendieren: Eine schöne Idee. Aber wie soll das gehen? Ganz einfach: Mit dem aufgeschobenen Kaffee. Die Initiative, die einst in Amerika entwickelt wurde, ist über die Hauptstädte der Welt nun auch in Witten angekommen.

Kaffee oder Gin Tonic

Im Arbeitscafé „Raum“ an der Wiesenstraße 25 ist das neuerdings möglich. Besucher können einen Kaffee bestellen und zwei bezahlen – oder eben für ein Brötchen oder einen Gin Tonic. Das Geld kommt in eine extra Kasse, der Betrag auf eine Liste. Er wird aufgeschoben – und der nächste, der danach fragt, kann etwas bestellen. „Suspended Coffee“ heißt das Prinzip, das es seit einiger Zeit in vielen Metropolen gibt.

Ein Gast hatte den Betreiber des Arbeitscafés, Alexander Brede, vor kurzem auf die Idee aufmerksam gemacht. Brede und seine Kollegen waren gleich angetan, starteten im Januar die Aktion auch in Witten. „Die ersten Reaktionen waren durchweg positiv“, berichtet Brede. Schon nach kurzer Zeit seien die ersten drei Kaffees in der Kasse gewesen.

Nicht nur für Obdachlose

Allerdings: Nur als Angebot für Obdachlose wollen die Wittener die Aktion nicht verstanden wissen. „Wir haben überlegt, wie wir von diesem Gönnerhaften wegkommen“, erklärt er. Im Arbeitscafé wird der geschobene Kaffee daher allen angeboten: Leute, die ihn nötig haben. Leuten, denen man eine Freude machen will. Die man überraschen will. „Ich hab am Monatsende schließlich auch manchmal kein Geld mehr“, so Brede schmunzelnd. Der Kaffee könne daher auch gezielt für eine bestimmte Person aufgeschoben werden. Wie der beschenkte dann vom Personal erkannt wird? „Ach, das kriegen wir schon hin.“

Einfach Bescheid sagen

Zwei Euro für einen Kaffee, 2,40 für ein Croissant mit Marmelade und Butter: Wer das Geld spenden will, sagt einfach Bescheid. Wer einen Kaffee braucht, der kann danach fragen. Ist keiner mehr auf der Liste, „dann geht es eben nicht“, bedauert Brede. Sonst sei das alles nicht zu leisten.

Er hofft aber, dass das möglichst selten passiert und der „Aufgeschobene Kaffee“ bald die Regel wird: „Damit wir wirklich ein Ort für jedermann werden, auch für die, die sich sonst hier nicht reintrauen würden.“