Wittener Bürgermeisterin will wieder antreten

Sie bekomme viel Zuspruch aus der Bevölkerung, erklärt Bürgermeisterin Sonja Leidemann, hier beim Holocaust-Gedenktag in dieser Woche mit Schülern am ehemaligen KZ-Außenlager in Annen
Sie bekomme viel Zuspruch aus der Bevölkerung, erklärt Bürgermeisterin Sonja Leidemann, hier beim Holocaust-Gedenktag in dieser Woche mit Schülern am ehemaligen KZ-Außenlager in Annen
Foto: Fischer / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Sonja Leidemann will sich dem Wettstreit innerhalb der SPD um die Bürgermeisterkandidatur stellen. „Ich trete wieder an“, sagte sie am Freitag (30.1.)

Witten.. Nach langem Schweigen ließ Bürgermeisterin Sonja Leidemann die Katze am Freitagmittag (30.1.) aus dem Sack. „Ich trete wieder an!“ Damit meint sie zunächst aber offenbar nur den Wettstreit um die Bürgermeisterkandidatur innerhalb der SPD, noch nicht die eigentliche Wahl am 13. September.

Die 54-Jährige gibt sich optimistisch, dass sich die Mehrheit der SPD-Ortsvereine hinter sie stellt. Viele hätten sie aufgefordert, sich endlich zu erklären. Nach Herbede und Ardey-Borbach haben jetzt auch die „Hölzer“ die Herbederin aufs Kandidatenschild gehoben. Für Stockum und Rüdinghausen rechnet sie sich gute Chancen aus. Sie betonte, dass sie „besonders gern Kandidatin der SPD“ wäre, hofft aber auch auf die Unterstützung anderer, kleinerer Fraktionen. „Meine Tür stand immer für sie offen.“

Schweppe hält sich Kandidatur noch offen

Wie sich die SPD am Ende entscheidet, ist noch nicht abzusehen. Der Ortsverein Bommern stimmte mit knapper Mehrheit für den Ersten Beigeordneten Frank Schweppe, der sich eine Kandidatur noch offen hält. Andere Ortsvereine wie Innenstadt, Heven und Annen/Hüllberg haben sich noch nicht entschieden. Am 6. Februar endet die Vorschlagsfrist, am 7. März soll eine Vertreterversammlung den SPD-Kandidaten bestimmen.

Vorher wünscht sich die amtierende Bürgermeisterin, die seit 2004 im Amt ist, eine Mitgliederbefragung wie kürzlich in Essen. „Bitte SPD, besinnt euch auf eure basisdemokratische Tradition“, appelliert sie an die Partei, die rund 1400 Genossen sprechen zu lassen. Leidemann: „Essen hat doch gezeigt, dass man das Meinungsbild im demokratischen Rahmen organisieren kann, ohne dass rechtliche Probleme entstehen.“

Leidemann wünscht sich Mitgliederbefragung

Der Vorschlag des Ortsvereins Ardey/Borbach für eine Mitgliederbefragung liege seit November auf dem Tisch. Würde man – wie es bisher vorgesehen ist – nur eine Vertreterversammlung einberufen, „entscheiden womöglich 37 Delegierte darüber, wer Kandidat wird“, kritisiert Leidemann.

Inzwischen soll Wirtschaftsförderer Klaus Völkel (SPD) seine Kandidatur zurückgezogen haben. Er war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Bliebe innerhalb der SPD der Erste Beigeordnete Frank Schweppe als möglicher Gegenkandidat Leidemanns. Er will sich noch nicht festlegen, ob er – entgegen früherer Beteuerungen – nun doch gegen seine Chefin antreten würde. „Es kommt darauf an, was die Partei sagt“, so Schweppe. In den nächsten Tagen muss er erst mal seine wohl aussichtslose Kandidatur als Landrat abarbeiten.