Wittener Bürgermeisterin: Kampfansage an Herausforderer

Kämpferisch und bürgernah zeigte sich Sonja Leidemann bei der Versammlung auf dem Schnee.. Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services
Kämpferisch und bürgernah zeigte sich Sonja Leidemann bei der Versammlung auf dem Schnee.. Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services
Foto: Fischer / FUNKE Foto Services
Sonja Leidemann gab sich bei der Bürgerversammlung auf dem Schnee kämpferisch. Natürlich werde sie wieder zur Bürgermeisterwahl antreten, betonte sie.

Witten..  Es war eine demonstrative Kampfansage an ihren Herausforderer Frank Schweppe: „Selbstverständlich trete ich im September wieder zur Bürgermeisterwahl an“, bekräftigte Amtsinhaberin Sonja Leidemann bei der Bürgerversammlung auf dem Schnee -- und das auch ohne Parteibuch der SPD, wie sie betonte.

Wie berichtet, hatte die Schiedskommission der EN-SPD der 55-Jährigen in erster Instanz die SPD-Mitgliedschaft aberkannt. Hintergrund ist, dass sie als SPD-Politikern gegen den offiziellen Kandidaten der Sozialdemokraten, Sozial-dezernent Frank Schweppe, antritt. Als Bürgermeisterin darf sie sich ohne Nominierung „aus dem Amt heraus“ zur Wahl stellen.

Sie hatte ihre Entscheidung immer damit begründet, bei zwei Kandidaten - sie und Schweppe - sollten die Mitglieder der SPD befragt werden. Aus Sicht der Schiedskommission bricht die Herbederin bei ihrem Alleingang aber mit Parteirichtlinien. Leidemann war gegen das Urteil in Berufung gegangen.

Bürgermeisterin meint, einige wollten sie „weghaben“

Auch ein endgültiger Rauswurf aus der Partei, der sie seit 29 Jahren angehört, würde Leidemann nicht davon abhalten, sich zur Wahl zu stellen. Im Gegenteil: In diesem Fall sei sie eben „sozialdemokratisch und unabhängig“. Die Verwaltungschefin richtete sich auch direkt an ihre Kritiker in der Partei. Einige wollten sie „weghaben“, sagte sie, „andere nicht“. Im Ortsverein Rüdinghausen/Schnee kann sie ihrer Ansicht nach auf „durchaus viele Unterstützer“ zählen.

Auf der Bürgerversammlung auf dem Schnee erntete die Bürgermeisterin viel Beifall. Immer wieder präsentierte sie sich bürgernah („Habe ich mir notiert“, „Ich kümmere mich“) und betont ehrlich („Was soll ich Ihnen sagen -- es ist leider so“). Friedhelm Specht, Gründer der Bürgerinitiative, die für einen neuen Lebensmittelladen im Drei-Städte-Eck kämpft, versicherte Leidemann am Ende der Veranstaltung die volle Unterstützung für die Bürgermeisterwahl. Kein Wunder, dass die 55-Jährige den Hackertsbergweg gut gelaunt verließ: „Eine tolle Veranstaltung.“