Wittener Bürger warten noch auf Gelbe Säcke

Begehrte Rollen: Bürger können die Gelben Säcke in der Umladestation Bebbelsdorf, bei der Radstation am Hbf oder beim Betriebsamt abholen.
Begehrte Rollen: Bürger können die Gelben Säcke in der Umladestation Bebbelsdorf, bei der Radstation am Hbf oder beim Betriebsamt abholen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Beim Entsorgungsbetrieb AHE gibt es nach wie vor Schwierigkeiten mit der Verteilung der Mülltüten. Das nervt viele Wittener.

Witten.. Der Ärger mit den Gelben Säcken nimmt kein Ende. Immer wieder beschweren sich Bürger darüber, dass bei ihnen zu Hause nichts ankommt. Obwohl der Entsorgungsfachbetrieb AHE zugesichert hatte, die Säcke bis Ende Februar zu verteilen. Auch die 500 Nachlieferungen seien inzwischen raus, sagt Mitarbeiterin Heike Heinzkill. Trotzdem gingen Haushalte leer aus.

Volker Theis zum Beispiel, der in der Bergheide in Bommern wohnt, mangelt’ s inzwischen an der begehrten Plastiktüte. „Ich habe am 20. Februar bei AHE angerufen. Man versicherte mir, dass nachgeliefert wird.“ Doch nichts habe sich getan. Am 12. März fragte er erneut nach, ebenso am 25. März. Da sei ihm mitgeteilt worden, dass er sich die Gelben Säcke an der Ausgabestelle im Bebbelsdorf abholen könne. Er sei kein Einzelfall, auch in der Nachbarschaft warte man auf die Mülltüten.

Theis übt Kritik: „Wir als Bürger werden zur Mülltrennung angehalten, dann soll die Stadt doch bitte auch die Voraussetzungen dafür schaffen, dass alles glatt läuft.“ Doch diesen Schuh zieht die Stadt sich nicht an. „Da liegt wohl ein Missverständnis bezüglich der Vertragskonstruktion vor“, so Stadtsprecherin Lena Kücük. AHE habe sich um die Ausführung des Dualen Systems beworben. Die Stadt Witten sammelt den Müll nur ein und sei damit „Subunternehmer“. Kücük: „Wir haben da gar keinen Druck auszuüben.“

Unzufrieden ist auch eine 71-jährige Anwohnerin der Pferdebachstraße 25. Dort, im alten Schwesternhaus, leben 40 Parteien, überwiegend Senioren mit Rollator oder Rollstuhl. „Wie sollen die an die Gelben Säcke kommen. Bekommen haben wir bis jetzt jedenfalls keine.“ Eine Freundin habe sich daraufhin zum Betriebsamt aufgemacht und zwei Tüten erhalten – nachdem sie ihren Personalausweis vorzeigen musste und die Nummer notiert wurde. „Wir kommen ohne Pass ins europäische Ausland, aber die Gelben Säcke kriegt man ohne Pass nicht“, entrüstet sie sich. Die Nummer aufzuschreiben, sei sicher nicht nötig, sagt AHE-Mitarbeiterin Heike Heinzkill. „Aber wir müssen ja gewiss sein, dass sich tatsächlich nur Wittener die Säcke abholen.“

Dass sich die Verteilung problematisch gestalte, sei kein böser Wille und nicht nur in Witten so, entschuldigt sie sich. „Es ist auch nicht so, dass wir nicht genug Säcke haben.“ Das Problem bei der Lieferung: „Oft passen die Rollen nicht in den Briefkasten. Und wenn die Bewohner nicht da sind, landen sie vor der Haustür – wo sie unter Umständen nicht lange liegen bleiben. Deshalb gehen nach den Osterferien noch mal Abholkarten per Post an die Haushalte raus.