Wittener Band Junk Punch bewirbt sich für ESC

Die Band "Junk Punch" aus Witten drehte ein Video und bewirbt sich für die Teilnahme am Eurovision Songcontest (ESC) 2015.
Die Band "Junk Punch" aus Witten drehte ein Video und bewirbt sich für die Teilnahme am Eurovision Songcontest (ESC) 2015.
Foto: Junk Punch
Was wir bereits wissen
Sie wollen die nächste Lena werden: Die Band Junk Punch bewirbt sich mit einem Musikvideo für die Deutschlandauswahl des Eurovision Song Contests.

Witten.. „Unser Song für Österreich“, heißt ihr Projekt. Ihr Ziel: Die nächste Lena werden. Für die Musiker der Wittener Band Junk Punch wäre die Teilnahme am Eurovision Song Contest (ESC), der nach dem Sieg von Conchita Wurst in diesem Jahr in Österreich ausgetragen wird, der große Jackpot. Mit einem Video haben sich die Multi-Instrumentalisten Ronald Hirsch, Michael Dellmann und Frontfrau Jennifer Wegner für eine „Wildcard“ beworben.

Erst vor etwa einem halben Jahr hatten sie die ersten eigenen Stücke ins Netz gestellt. „Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen“, sagt Ronald Hirsch. Kein Wunder, denn die Songs der Gruppe unterscheiden sich in der Qualität deutlich von vielen anderen Hobby-Bands. Das Talent von Sängerin Jennifer Wegner entdeckte Ronald Hirsch schon vor knapp 15 Jahren. Als Lehrer des Ruhrgymnasiums gründete er zu dieser Zeit eine Rock-AG. „Jenny war eine der ersten, die in die AG kamen.“

Bands kämpfen um eine Wildcard

Den Aufruf für die Bewerbung zum Eurovision Song Contest entdeckten die Musiker im Netz: Bis zum 9. Januar können sich Musikgruppen mit einem Video anmelden. Die zehn besten dürfen am 19. Februar beim Clubkonzert in der Großen Freiheit 36 in Hamburg antreten, das live im NDR-Fernsehen und im Internet übertragen wird. Die Zuschauer küren dann die Gruppe, die eine so genannte „Wildcard“ für die Teilnahme an der Bundesausscheidung Anfang März in Hannover bekommt.

Design Es ist ein langer Weg also, den Newcomer zurücklegen müssen, um an den bereits gesetzten Musikern vorbeiziehen zu können. Doch dass der ganz große Durchbruch möglich ist, belegte im letzten Jahr die Band Elaiza, die ihre „Wildcard“ nutzte und schließlich sogar für Deutschland zum ESC nach Kopenhagen reisen durfte. Davon wollen Junk Punch aber noch nicht träumen. Unter die besten zehn Newcomer zu kommen, wäre für die Wittener zunächst das größte Glück.

„Agoraphobia“ heißt der Song

„Für uns geht es vor allem erstmal darum, Kontakte zu knüpfen“, sagt Ronald Hirsch. Nicht nur der Kreis der Zuhörer könne noch etwas wachsen, sondern auch die Zusammenarbeit mit anderen Musikern aus dem Umkreis. Gerade bei Live-Auftritten fehlt es an Musikern. „Für unsere Aufnahmen können wir zwar alle Instrumente einspielen, aber auf der Bühne könnten wir noch Unterstützung gebrauchen.“

Für die Bewerbung haben die drei Bandmitglieder von Junk Punch aber alle Register gezogen. Zunächst musste ein neuer Song aus eigener Feder und ein dazu passendes Musikvideo her. Dafür suchte sich die Band fachmännische Unterstützung. Mit der Ballade „Agoraphobia“ wollten sich die Junk Puncher, die bei Auftritten mit einem großen Repertoire queer durch die Musikgeschichte aufwarten, einem möglichst breiten Publikum öffnen. „Es geht um das Problem der Selbst- und Fremdwahrnehmung von jungen Frauen angesichts der medialen Einflüsse“, sagt Hirsch.

Musik Das Video zeigt Sängerin Jennifer Wegner vor einem Schminkspiegel. Den passenden Drehort fanden die Musiker auf dem Dachboden des Ruhr-Gymnasiuma: „Es ist alles verlassen und sehr gespenstisch, fast schon klaustrophobisch dort oben.“ Immer wieder schminkt sich Wegner beim Singen neu, bis sie schließlich in ihrer Verzweiflung die Farbe mit den Fingern komplett verwischt. „Befreit“ und ohne dicke Make-up-Schichten tanzt sie im zweiten Teil des Videos in einem weißen Kleid im Dreivierteltakt über einen Wittener Feldweg. Voller Hoffnung.

Das Musikvideo zum Song „Agoraphobia“ gibt es auf www.unser-song-fuer-oesterreich.de. Hier können Musiker auch alle Regeln für die Bewerbung (bis zum 9.1.) finden.
Die Lieder der Band Junk Punch kann man hier kostenlos auf der Plattform Soundcloud anhören. Kontakt zur Band: junkpunch(at)gmx.de.