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Wittener Bahnhofsfreunde zeigen alte Dampfrösser in Aquarell

21.02.2016 | 15:03 Uhr
Wittener Bahnhofsfreunde zeigen alte Dampfrösser in Aquarell
Hoher Besuch: Bürgermeisteirn Sonja Leidemann (li.) besuchte mit ihrem Vorgänger Klaus Lohmann (rechts) die Ausstellungseröffnung der Wittener Eisenbahnfreunde. Vorstandsmitglied Werner Woelke (2.v.li.) freute sich, die Bilder von Paul Gehrman (3.v.li.) zeigen zu können.Foto: Thomas Nitsche

Witten.  Passender könnte der Ausstellungsort nicht sein: Im Hauptbahnhof werden seit Samstag (20.2.) Bilder ausgetellt, deren Hauptmotive Züge sind.

„Du malst immer nur Wasser oder Bäume, wenn dir nichts mehr einfällt. Mal doch mal was anderes!“ Paul Gehrmann ließ sich nicht lange bitten, als ihm das sein Zwillingsbruder vor über 40 Jahren riet. Von da an begann er Züge zu malen – und pinkelnde Hunde.

Jetzt hängen 22 seiner Aquarelle in den Räumen der Eisenbahnfreunde im Bahnhof. Am liebsten malt der 65-jährige Mülheimer historische Lokomotiven – natürlich in voller Fahrt. Deshalb sieht man auf vielen Bildern große, weiße Dampfwolken. Um den Zugbetrieb herum erstrecken sich weite Landschaften oder die ruhrgebietstypischen rostroten Stahlbauten. Und ganz versteckt hebt immer ein kleiner Hund sein Beinchen.

Der Mann hat offenbar Humor, und das drückt sich auch in der eigenen Bewertung seiner Kunst aus: „Da ich damit ja kein Geld damit verdienen muss, male ich Bilder, die die Welt nicht braucht. Und mein liebstes Motiv sind einfach Züge. Sie verbinden Technik, Landschaft und Bewegung.“

Bilder wirken fast wie Fotografien

Tatsächlich wirken die Bilder des Mülheimers fast wie Fotografien, so lebendig und detailreich ist der Pinselstrich des Malers. Und das, obwohl viele gemalte Orte schon ein Relikt der Vergangenheit sind.

„Oft nehme ich eine historische Zeichnung oder einfach meine Erinnerungen zum Vorbild. Diesen Bahnhof hier in Styrum“ – Gehrmann deutet auf ein Bild mit Wasserturm und Zugdepot – „den gibt es so gar nicht mehr.“

Erinnerung an alte Industrieanlagen und Züge

Die Eisenbahnfreunde Witten teilen seine Leidenschaft für die historische Dampflokzeit. „Die Bilder sind großartig. Viele kennen noch die alten Industrieanlagen und Züge, die es längst nicht mehr gibt“, meint Vorstandsmitglied Werner Woelke (63). „Wir sind sehr froh, dass Paul uns die Bilder zur Verfügung gestellt hat. Sie sind wie für uns gemacht.“

Und eine bessere Kulisse für die Schau gibt es in Witten wohl kaum. Schwarzweißbilder von Lokomotiven und alte Schienensignale säumen seit eh und je die Wände der Bahnhofsfreunde. Und beim Blick aus dem Fenster sieht man zwar die echten Gleise und Züge. Aber sie wirken nicht halb so poetisch wie jene auf Gehrmanns Bildern. Ein Regionalexpress rauscht vorbei.

Wo ist der pinkelnde Hund?

„Tja, wenn auch die RE’s und ICE’s historisch werden, muss ich meine Sammlung noch mal vervollständigen“, sagt der Maler lachend. Bis dahin bleibt er den schwarzen Dampfkolossen mit den rot lackierten Rädern treu. Und wer seine Hingabe für den Schienenverkehr nicht teilt, kann ja immer noch den Hund suchen. Seit sein Zwillingsbruder ihm mangelnden Einfallsreichtum vorwarf, setzt Paul Gehrmann auf jedes Bild noch einen schwarzen Farbklecks: den pinkelnden Hund.

Mirjam Benecke

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Wittener Bahnhofsfreunde zeigen alte Dampfrösser in Aquarell
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2016-02-21 15:03
Witten