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Operette

Wittener Aufführung lädt zum „Ball im Savoy“

18.01.2016 | 17:53 Uhr
Wittener Aufführung lädt zum „Ball im Savoy“
Auch für das Auge bot die Operette „Ball im Savoy" im Saalbau einiges.Foto: Veranstalter

Um Verführungen und Intrigen geht es in der Operette „Ball im Savoy“. Sie wurde jetzt im Saalbau aufgeführt. Doch etwas Wesentliches fehlte.

Witten. Eine kurzweilige Handlung, Ohrwürmer und unterhaltsame Charaktere – die farbenfrohe Aufführung des Operettentheaters Salzburg im Saalbau enthält eigentlich alle Zutaten, die eine gute Operette ausmachen. Dennoch mangelte es dem „Ball im Savoy“ am Sonntagabend an etwas Wesentlichem.

Die Operette von Paul Abraham und seinen Librettisten Friedrich Zell und Richard Genée wurde 1932 in Berlin uraufgeführt und handelt von den jungen Eheleuten Aristide und Madeleine, die jeweils inkognito einen Ball besuchen und sich am Ende trotz zahlreicher Intrigen und Verführungen treu bleiben.

Lucia Meschwitz’ Interpretation der Operette bleibt der Handlung treu und zeugt dabei von viel Fingerspitzengefühl: Das glamuröse Bühnenbild (Christine Sadjina-Höfer) und die prunkvoll-aufwendigen Kostüme (Gerlinde Höglhammer) unterstreichen die Gefallsucht der unsteten Charaktere. Viele szenische Kniffe vereinfachen wiederum die verschachtelten Handlungsstränge äußerst geschickt; so etwa als Daisy, die Cousine der Hauptdarstellerin und heimliche Komponistin (Melanie Wurzer), bei ihrem großen Coming-out einfach den Taktstock des echten Dirigenten nimmt und sein Orchester leitet.

Von Ehefrauen, Treue und Liebhabern

Spielerisch überzeugt im Saalbau vor allem Stefan Fleischhacker, für den der listige und unterhaltsame Attaché Mustafa Bey zugleich auch eine dankbare Rolle liefert. Der alte Freund des Gastgebers zieht nicht nur fleißig die Fäden im Hintergrund, er zitiert zur großen Freude des Publikums auch gerne mal Weisheiten seines Vaters – so wie diese hier: „Wenn du wissen willst, ob deine Frau dir treu ist, wirf eine Münze: Landet sie auf Zahl, betrügt sie dich. Landet sie auf Kopf, hat sie einen Liebhaber. Bleibt sie in der Luft hängen, ist sie dir treu.“ Fleischhacker verleiht der Figur mit toller Mimik und Gestik viel Spritz und Sympathie und erntete zu Recht den größten Publikumspplaus.

Die Inszenierung hat allerdings ein großes Problem mit der Akustik. Während vor allem die männlichen Darsteller sehr leise singen und dadurch oftmals schwer zu verstehen sind, röhrt Sopranistin Monika Rebholz in der Hauptrolle der Madeleine wesentlich kräftiger. Vor allem bei den Duetten stört das die Harmonie der Akteure untereinander doch sehr. Außerdem bedeutet der lau(t)e Gesang einen großen Verlust für die Aufführung als solches, deren eingängige Lieder, von Paul Abraham mit orientalischen und jazzigen Elementen komponiert und am Sonntag großartig vom Live-Orchester des Theaters begeleitet, das eigentliche Herzstück der Operette sind.

Cindy Riechau

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Wittener Aufführung lädt zum „Ball im Savoy“
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2016-01-18 17:53
Witten