Witten will keine fremden Kitakinder

Was wir bereits wissen
118 Kinder aus den Nachbarstädten besuchen zurzeit Wittener Kitas. Doch rund 40 Plätze fehlen 2015/16 für Kinder über drei Jahren.

Witten..  Nach den Schulen jetzt auch die Kitas: In Zukunft sollen keine auswärtigen Kinder mehr Wittener Kindergärten besuchen. Grund: Sie nehmen Wittener Kindern den Platz weg. Zudem belasten sie die Stadtkasse. In rund zwei Wochen wird der Jugendhilfeausschuss beraten.

Im aktuellen Kindergartenjahr kommen 118 von 2800 Kindern in 51 Wittener Kitas aus Nachbarstädten – das entspricht sechs Kita-Gruppen. „Wir haben in der Vergangenheit vor allem U-3-Plätze eingerichtet“, sagt Jugendamtsleiterin Jutta Schmidt. „Dafür sind Plätze für über Dreijährige weggefallen.“

Diese Tatsache in Kombination mit überdurchschnittlich vielen Kindern aus Nachbargemeinden in Wittener Einrichtungen führe jetzt zu einem Engpass. „Wir haben in Witten mittlerweile die Situation, dass wir nicht genügend Plätze für über Dreijährige vorhalten können“, sagt Schmidt. Die Versorgungsquote bei den über Dreijährigen liegt zurzeit bei 94 Prozent. „Das ist zu wenig, wir bräuchten eine Quote von über 100 Prozent.“

Besonders in der Innenstadt übersteige die Nachfrage das Angebot. Im Sommer wird die Kita Augustinchen schließen. Hier fallen 20 Plätze weg. Auch die Notgruppe in der Kita Sandstraße mit 20 Plätzen läuft aus: 40 Plätze, die fehlen. Die Stadt will die Notbremse ziehen.

Damit in Zukunft wieder alle Wittener Kinder versorgt werden können, soll ein Ratsbeschluss von 2005 außer Kraft gesetzt werden. Der besagt, dass Wittener Kitas gemeindefremde Kinder, deren Eltern in Witten arbeiten, ohne finanzielle Nachteile aufnehmen können. „Den Wünschen auswärtiger Eltern soll nur noch nachrangig Rechnung getragen werden“, plant die Stadt.

Auch aus finanziellen Gründen müsse man die Versorgung von Kindern aus Nachbarstädten einschränken. Die Nachbarstädte zahlen der Stadt Witten einen Betrag von 40 Prozent der Kindpauschale für jedes auswärtige Kind. Doch: „Diese Pauschale ist nicht kostendeckend.“