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Witten übernimmt Projekt „Jugend in Arbeit“

05.09.2012 | 18:07 Uhr
Witten übernimmt Projekt „Jugend in Arbeit“
Der Staffelstab wechselt: Norbert Koch (l.) übernimmt das Projekt „Jugend in Arbeit“ von Bernd Christen, dem bisherigen Koordinator aus Bochum.Foto: Walter Fischer

Witten. Sie sind alleinerziehende Mütter, haben keinen Schulabschluss oder sind zu faul: Seit 1998 bekommen Jugendliche mit Anlaufproblemen über das Projekt „Jugend in Arbeit“ eine Chance auf einen Job. Nun hat Witten federführend die Leitung übernommen.

Bislang hatte die Wirtschaftsförderung Bochum das Projekt für alle teilnehmenden Städte gestemmt. Dazu gehören Bochum, Hattingen, Herne, Witten sowie der EN-Kreis. Norbert Koch heißt der neue Wittener Koordinator. Der 50-Jährige soll ab sofort zusammen mit vier Berufsberatern, den Städten und Industrie- und Handelskammern das Projekt in sein vierzehntes Jahr führen. So richtig wisse er noch nicht, was auf ihn zukommen werde, gesteht der Ex-EDV-Mitarbeiter der Stadt Witten. Ein Ziel hat er aber schon: „Wir wollen so viele Jugendliche wie möglich in Arbeit bekommen.“

Praktikum als Einstieg in den Job

Zurzeit sind es 53 junge Leute aus Witten, die am Projekt teilnehmen. „Zwölf von ihnen konnten wir bereits vermitteln“, freut sich Berufsberater Kai Flockenhaus (33). Es seien meist Tätigkeiten als Verkäufer, Lagerist, zum Teil auch Jobs im Handwerk oder der Pflege. „Die Arbeitsagentur vermittelt Jugendliche an uns. Über die Industrie- und Handelskammern kommen wir an die passenden Arbeitsplätze“, erklärt Flockenhaus. „Der Einstieg läuft über ein Praktikum.“ Das Wichtigste aber ist etwas anderes.

Ein Jahr lang begleitet der 33-Jährige aus Witten zusammen mit seinen Bochumer Kolleginnen die Jugendlichen. Mit all ihren Problemen. „Der Kontakt zu den jungen Leuten ist wichtig. Sie müssen lernen, morgens früh aufzustehen, zur Arbeit zu gehen und Zusagen einzuhalten. Die Arbeitgeber in Witten scheinen zufrieden mit den „Problemfällen“ zu sein: „75 Prozent haben mittlerweile eine dauerhafte Anstellung“, so Flockenhaus.

Vermittlungserfolge, die den Wittener Betrieben zugute kommen, meint Marcus Dick-Vortmann von der Wirtschaftsförderung. „Auch Branchen, die unter Fachkräftemangel leiden, profitieren von den jungen Leuten.“ Dazu zählten das Handwerk und die Pflege. „In Zukunft werden wir mehr Bedarf an guten Arbeitskräften haben. Das Projekt hilft beiden: der Wirtschaft und den Jugendlichen.“

Dennis Sohner


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