Das aktuelle Wetter Witten 2°C
Karneval

"Witten hat Potenzial!"

12.02.2010 | 16:58 Uhr
"Witten hat Potenzial!"

Witten. Andreas Bergstein, Klaus Lohmann und Co. wollen die fünfte Jahreszeit zurück in die Ruhrstadt bringen. Wir stellen die Karnevalsgesellschaft Rot Weiß vor und verraten Ihnen, wieso sich das Wittener Rathaus den 3. März 2011 schon mal dick anstreichen sollte.

Als das Haus Fründt am Freitagmorgen um halb elf für seine Gäste öffnet, tut sich Wirtin Doris Veit noch etwas schwer. Bis halb vier haben hier in der vergangenen Nacht rund 50 Jecken die Weiberfastnacht gefeiert. Doris Veit mittendrin. Sie gehört zur Karnevalsgesellschaft Rot Weiß Witten, die sich am 29. November des letzten Jahres gegründet hat und den Karneval zurück in die Ruhrstadt bringen will.

Witten und Karneval? Da sehen die meisten Einwohner kaum eine Verbindung. Aber: „Witten hat Potenzial”, sagt einer, der es wissen muss: Andreas Bergstein, 1. Vorsitzender des neuen Vereins. Der 44-Jährige kommt gebürtig aus dem Kreis Aachen, arbeitet und wohnte bis vor kurzem in Wuppertal und war der fünften Jahreszeit stets verbunden. „Meine Frau Susanne und ich waren im Wuppertaler Karneval sehr engagiert”, erzählt er. Beide setzten sich vor allem für das Kinderprinzenpaar ein, liehen auch schon mal ihr Auto, wenn eines fehlte. Als sie vor zwei Jahren nach Witten zogen, wurde das jedoch komplizierter. Die Bergsteins gelangten zu der Frage: „Wieso eigentlich nicht in Witten?”

Cola statt Kölsch, Stürmchen statt Sturm

Ein Vierteljahr später, 11. Februar 2010, kurz nach 15 Uhr im Büro von Bürgermeisterin Sonja Leidemann: Es ist Weiberfastnacht – der Tag, an dem die Jecken in vielen Städten das Rathaus stürmen und den Stadtbediensteten Krawatten und Schnürsenkel kürzen. In Witten sitzen Andreas und Susanne Bergstein mit ihren Mitstreitern Doris Veit, Ulla Heinrichs, Ümit Özsan und ihrem 2. Vorsitzenden Mario Lutterkort am Tisch der Bürgermeisterin. Es gibt Cola statt Kölsch. Und ein Stürmchen statt eines Sturms. Susanne Bergstein hält triumphierend die Krawatte des Stadtsprechers Jochen Kompernaß in die Höhe. Ansonsten geben sich die Karnevalisten zurückhaltend. Man ist ja noch ein junger Verein, wurde erst am 29. November gegründet und will sich „mal vorstellen”. Ihr Präsident lässt sich entschuldigen. Ex-Bürgermeister Klaus Lohmann liegt krank im Bett. Auch Jecken haben Grenzen.

Piraten, Prinzessinnen, Panzerknacker

Im nächsten Jahr aber, da lasse man es krachen. „Der Karneval, bekannt als fünfte Jahreszeit”, reimt Bergstein, „macht sich jetzt auch in Witten breit”. „Wir haben einige Ideen”, verrät er. Zur Eröffnung der Session könne er sich ein Hoppeditz-Erwachen vorstellen, als Party-Location die Räumlichkeiten der Lebenshilfe, „weil wir dann auch etwas Gemeinnütziges unterstützen”. Und der 3. März 2011 ist ohnehin im Kalender angestrichen. „Dann stürmen wir das Rathaus richtig.”

Genügend Jecken dürften sich bis dahin zusammengefunden haben. Die 13 Gründungsmitglieder sind inzwischen auf 30 angewachsen. Bei der Feier am Donnerstag entpuppten sich viele unter den Piraten, Prinzessinnen oder Panzerknackern als Mitglieder in spe. Vielleicht können sich die Karnevalisten dann in ein paar Jahren einen weiteren Traum erfüllen: „Einen eigenen Karnevalszug für Witten!”

Florian Riesewieck

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2553021/create

Aktuelle Fotos und Videos
Schäden am Rathaus
Bildgalerie
Bauschäden
Die 5. Nacht der Offenen Kirchen
Bildgalerie
Kirchennacht
Deutschland vor...
Bildgalerie
Fan-Artikel
Aus dem Ressort
Leise bröckelt der Putz
Rathaus
Der vom Rande des Rathausdaches abgeplatzte Beton liegt noch auf dem Gehweg, der Bereich wurde großräumig abgesperrt. „Am Freitagnachmittag wurde per Gerüst ein Fußgängertunnel errichtet, damit die Leute wieder sicher hier hergehen können“, erklärt der städtische Bauleiter Udo Klapp (48).
Hunde, teuer
Debatte um Hundesteuer
In die Diskussion um die geplante Hundesteuer-Erhöhung von 50 Prozent kommt Bewegung. Sowohl die Steuerhöhe als auch der Fortfall der Ermäßigung bei bedürftigen Personen wurden im Sozialausschuss kritisiert.