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Vogel-Zählung

Witten hat 'ne Meise im Garten

11.01.2016 | 19:15 Uhr
Witten hat 'ne Meise im Garten
Die Blaumeise ist im Ennepe-Ruhr-Kreis der am häufigsten vorkommende Vogel.Foto: Patrick Pleul

Witten.  Für die Aktion „Stunde der Wintervögel“ legten sich Naturfreunde aus dem ganzen EN-Kreis auf die Lauer.

Witten. 217 Vogelfreunde hatten sich am Wochenende in 160 Gärten im Ennepe-Ruhr-Kreis auf die Lauer gelegt und den Himmel beobachtet – auch in Witten. Sie waren dem Aufruf des Naturschutzbundes (Nabu) gefolgt, der wieder einmal zur „Stunde der Wintervögel“ bat. Ziel ist es, heimische und zugereiste Wintervögel zu registrieren.

Ersten Auszählungen zufolge hatten die Gartenfreunde insgesamt 6107 Vögel beobachtet. Dabei steht auch in diesem Jahr die Kohlmeise unangefochten auf Platz eins. Im Vergleich zum vergangenen Jahr überholte die Blaumeise diesmal allerdings die Amsel und steht jetzt auf Platz zwei.

Bundesweit allerdings wurde der Haussperling als die häufigste Vogelart beobachtet. „Das liegt daran, dass Sperlinge im Allgemeinen weite Grünflächen , Teiche und sonstige Gewässer brauchen, um sich wohl zu fühlen“, erklärt der Vogelexperte Lars Lachmann. In Nordrhein-Westfalen und speziell im städtisch geprägten Ruhrgebiet kämen sie deshalb weniger häufig vor. Spezifisch für den Ennepe-Ruhr-Kreis sei darüber hinaus noch der Wald, so dass hier „Wald-Vogelarten häufiger, Feld-Vogelarten seltener vorkommen“, wie Birgit Königs vom Nabu-Landesverband NRW erklärend hinzufügt.

Unter den Top 10 befindet sich im Ennepe-Ruhr-Kreis auch die – bundesweit auf Platz 53 rangierende – Kanadagans. Hier wurde sie in diesem Jahr erstmalig und auch häufig registriert: 350 von bundesweit 825 Exemplaren (649 davon in NRW). „Nordrhein-Westfalen ist ein wichtiger Rastplatz für die aus dem Norden nach Süden ziehende Kanadagans. Sie wurde wahrscheinlich nur in wenigen Gärten, dafür aber in großer Zahl beobachtet“, erläutert der Vogelexperte Lachmann. Auch die Graugänse scheinen sich im Kreis wohl zu fühlen, genauso wie Kraniche. Sie alle machen auf ihrem Weg in den Süden vornehmlich in NRW Halt.

„Das bundesweit überraschendste Ergebnis liefert allerdings der Erlenzeisig“, sagt Lachmann. Der sei in diesem Winter extrem zahlreich aus dem Norden nach Deutschland gekommen. Das liege vor allem an dem guten Bruterfolg, den der Vogel im vergangenen Frühjahr in skandinavischen Ländern gehabt hatte. Im EN-Kreis wurde er allerdings im Vergleich zu anderen Arten weniger häufig gesichtet.

„Im Laufe der Meldezeit, die noch bis zum 18. Januar geht, werden etwa noch einmal die gleiche Anzahl an Beobachtungen eingehen“, schätzt Königs ein. „An der Tendenz wird sich erfahrungsgemäß aber nichts mehr verändern.“ Insgesamt seien sehr viele Vogelarten gezählt worden, die Bandbreite sei groß. Geändert habe sich insgesamt an der Reihenfolge in den fünf Jahren seit Beginn der Aktion wenig. Im Vergleich zu 2014 und 1015 habe allerdings die Teilnehmerzahl zugenommen. Königs vermutet: „Bei mildem Wetter macht es einfach mehr Spaß, Vögel zu beobachten, als bei Eis und Schnee.“

Kristina Gerstenmaier

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2016-01-11 19:15
Witten