Windpark vor Borkum geht mit Wittener Beteiligung ans Netz

Aufbau des Offshore-Windparks Borkum West in der Nordsee: Hier erfolgt dieMontage der Windenergieanlage BW61 mit dem Jack-up-Schiff "MPI Adventure".
Aufbau des Offshore-Windparks Borkum West in der Nordsee: Hier erfolgt dieMontage der Windenergieanlage BW61 mit dem Jack-up-Schiff "MPI Adventure".
Foto: Jan Oelker
Was wir bereits wissen
Lange hat’s gedauert, nun kommt der „Offshore“-Windpark vor Borkum doch noch ans Laufen. Witten hält einen kleinen Anteil an den 40 Anlagen.

Witten..  Zwei Jahre später als geplant liefert der Offshore-Windpark Borkum, an dem die Stadtwerke Witten mit knapp zwei Prozent beteiligt sind, nun Strom. Ende gut, alles gut?

„Am 23. Dezember wurde unser Windpark ans Höchstspannungsnetz angeschlossen, nun ist die erste der 40 Anlagen in Betrieb genommen worden“, erklärt der neue Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Schumski. Bis zum Frühjahr sollen alle 40 Anlagen mit einer Leistung von je fünf Megawatt nach und nach zugeschaltet werden.

800 Millionen Kilowattstunden jährlich

Der Trianel Windpark Borkum (TWB), an dem neben den Stadtwerken Witten und der Trianel GmbH weitere 32 Stadtwerke und Regionalversorger aus vier Ländern beteiligt sind, wird pro Jahr etwa 800 Gigawattstunden Strom (800 Millionen Kilowattstunden) produzieren. Wittens Anteil an der jährlichen Stromproduktion reicht nach Angaben der Stadtwerke aus, um 4200 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom zu versorgen.

„Wir sind froh, mit dem regenerativen Strom aus dem Nordsee-Wind unseren eigenen Anteil am Wittener Grün-Strom erhöhen zu können“, erklärt Schumski. Bisher werde der Öko-Strom, den sämtliche 50 000 Wittener Haushalte automatisch von den Stadtwerken bekämen, aus heimischer Photovoltaik und Wasserkraft, vor allem aber aus norwegischer und französischer Wasserkraft gewonnen.

Windkraftanlagen liefern Strom auch bei schwerem Sturm

„Beim Bau und der Inbetriebnahme des Windparks leisten die Gesellschafter Pionierarbeit. Unsere Windkraftanlagen sind so ausgelegt, dass sie auch bei schwerem Sturm Strom produzieren können“, erklärt Andreas Schumski. Die technische Betriebsführung des Trianel Windparks Borkum erfolge von Land aus. Alle Windenergieanlagen und das Umspannwerk können laut Stadtwerke aus dem Betriebsbüro in Emden überwacht und gesteuert werden.

Für die Inbetriebnahme der einzelnen Windanlagen hat Areva Wind das unter norwegischer Flagge fahrende Spezialschiff Aker Wayfarer gechartert. Das 157 Meter lange Schiff ist mit zwei Schwerlastkränen ausgestattet und hat neben der Crew bis zu zehn Techniker an Bord. Um ein einzelnes Windrad in Betrieb nehmen zu können, muss der Wind mit mindestens Windstärke drei wehen. Zugleich darf nicht mehr als Windstärke sieben herrschen, um für die Techniker den sicheren Übergang vom Schiff zur Anlage zu gewährleisten.

Anschlusstermin wurde zehnmal verschoben

Etwa zehnmal hatte der Übertragungsnetzbetreiber Tennet den Anschlusstermin verschoben und bislang eine Haftungsumlage von 220 Millionen Euro an den Windparkbetreiber bezahlt. Noch nicht entschieden ist eine Schadenersatzklage des TWB gegen Tennet.