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Wiedervereinigung über den Wolken

28.09.2009 | 17:59 Uhr

Wie haben Sie die Wiedervereinigung erlebt, was haben Sie gemacht, wo waren Sie, als die Mauer fiel?

Aus einer Wittener Sammlung: Ost-Berliner Poststempel mit Datum der Maueröffnung 9.11.89, 21 Uhr, auf DDR-Briefmarke mit Ost-Berliner Motiv Alexanderplatz.

Mündlich, schriftlich und auch im Internet haben sich Wittener für unsere Serie dazu geäußert, so auch kirstin1974 aus Witten im Online-Forum auf derwesten.de. „Ich war damals 15 Jahre alt und habe den Fall der Mauer im Fernsehen verfolgt”, schreibt sie. „Für mich war es sehr emotional, da ich 1987 und 1988 in der DDR war, um Verwandte zu besuchen, und mir ein Bild vom Leben jenseits der Mauer machen konnte. Auch wenn man mit 15 die politische und historische Tragweite des Mauerfalls nicht komplett überblicken kann, so war mir doch bewusst, dass es sich um ein sehr prägendes Ereignis in der deutschen Geschichte handelte.”

Dramatisch war das Erlebnis, das Edith und Christoph Sanders von der Rigeikenstraße hatten. „Wir waren am 9. November 1989 im Flugzeug auf dem Weg in die USA”, berichtet Edith Sanders. „Plötzlich die Durchsage des Kapitäns: ,Die Berliner Mauer fällt.' In Amerika selbst waren dann auf allen Kanälen im Fernsehen Reporter, die aus Berlin berichteten. Auch aus dem Bundestag in Bonn wurde direkt berichtet. Als alle aufstanden und das Deutschlandlied anstimmten, dann - na ja, da flossen die Tränen.” Diese Tage in Amerika, „wo so viel in Alt-Germany passierte”, wird das Ehepaar wohl nie vergessen. Edith Sanders: „Wir sind Jahrgang 1933 und 1930, haben diesen furchtbaren Krieg miterlebt und gedacht, eine Wiedervereinigung gibt es nicht mehr. Um so größer war dann die Freude.”

Eine Veränderung aber lag 1989 schon in der Luft. „In dem Jahr, als die Mauer fiel, da war wenige Monate zuvor meine Nichte bei mir. Sie meinte, wir würden uns wohl länger nicht mehr sehen. Denn eine Ausreisegenehmigung bekam man nicht oft”, schreibt Forum-Nutzer Sall-May. „Wer jedoch aufmerksam die politischen Strömungen beobachtete, konnte da schon erkennen, es wird sich was tun. Das sagte ich ihr auch so, und tatsächlich hatte es nur noch wenige Monate gedauert, bis sie in den Westen ziehen konnte. Ein anderer Teil unserer Verwandten kam kurz zuvor aus Ungarn in den Westen.”

Und dann kam der Tag, der 9. November. Sall-May: „Am Tag, als sich die Grenze öffnete, saß ich vor dem Fernseher und habe mich gefreut, und geheult. Ich versuchte auch immer wieder, meine Angehörigen im Osten telefonisch zu erreichen, doch da war kein Durchkommen.”

Bernd KASSNER

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