Wieder Tagesbruch-Gefahr an Waldegge

Am Hasenkampweg wird sei Ende 2013 verfüllt, hier stehen die Arbeiten vor dem Abschluss (Foto: Walter Fischer). An der Waldegge (anderes Bild, Foto: Augstein) musste schon 2012 Gelände gesichert werden.
Am Hasenkampweg wird sei Ende 2013 verfüllt, hier stehen die Arbeiten vor dem Abschluss (Foto: Walter Fischer). An der Waldegge (anderes Bild, Foto: Augstein) musste schon 2012 Gelände gesichert werden.
Foto: Fischer / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Bezirksregierung startet Sicherungsarbeiten in Durchholz. Fläche ist bereits abgesperrt. Weitere Maßnahme an Hasenkampweg läuft seit 15 Monaten.

Wieder Alarm an der Waldegge in Durchholz: Die Bezirksregierung Arnsberg hat einen Teil eines ehemaligen Zechengeländes wegen akuter Tagesbruchgefahr gesperrt. „Keiner weiß, wie tief man fällt, wenn man dort hergeht“, warnt Bergbauexperte Peter Hogrebe.

Schon vor zwei Jahren waren einsturzgefährdete Schächte entdeckt worden, die ganz oben auf der Prioritätenliste der Bezirksregierung standen. Damals konnte nicht ausgeschlossen werden, dass auch Straßen einbrechen könnten. Mehrere tausend Liter Flüssigbeton wurden in die Erde gepumpt, um die Erde zu sichern. Nun nimmt die Bergbaubehörde die nächste Mammut-Maßnahme an der Waldegge in Angriff.

Das betroffene (unbebaute) Gelände ist bereits abgesperrt, in den nächsten Wochen sollen die Sicherungsarbeiten beginnen. Bagger werden die Erde abtragen, dann sollen die drei betroffenen Schächte mit Kunstfasergewebe bzw. Betonplatten gesichert werden, um Tagesbrüche zu verhindern, kündigt Peter Hogrebe an. Straßen und Häuser seien nicht gefährdet, beruhigt er. Aber: „Wenn dort jemand bauen will, muss er weitere Sicherungsmaßnahmen ergreifen.“

Indes läuft die schier endlose Bergbaumaßnahme am Hasenkampweg (nahe Königsholz an der Ardeystraße) weiter. Dort hatte die Bezirksregierung im November 2013 begonnen, die Erde zu bebohren und Hohlräume zu verfüllen. 15 Monate später ist Schacht „Herold“, nach dem die Experten lange vergeblich gesucht hatten, endlich verfüllt, mehrere Häuser, unter denen Hohlräume gefunden wurden, sind mittlerweile gesichert. Man habe immer mehr unterirdische Räume entdeckt, die sicherheitshalber verfüllt werden mussten, begründet Peter Hogrebe die lange Dauer der Maßnahme.

Am Hasenkampweg 3500 cbm Beton verfüllt

„Über ein Jahr – das ist zu lange“, stöhnt eine Anwohnerin. „Alles ist dreckig, alles ist hier abgestellt von der Firma.“ Ein Silo türmt sich in der Siedlung auf, Bohrmaschinen stehen am Rand, Schläuche pumpen Beton in den Boden. Und immer rollten in den vergangenen Monaten Lastwagen, die den Füllstoff transportierten, durch die kleinen Straßen am Hasenkampweg. 3500 Kubikmeter Beton wurden verwendet – das sind 125 Lkw-Ladungen.

„Die Situation erforderte aus Sicherheitsgründen ein schnelles Handeln“, so die Bezirksregierung. Zur Gefahrenabwehr für die Anwohner seien die umfangreichen Verfüllarbeiten in der Siedlung „unabdingbar“ gewesen. „Zum Glück wurde alles früh genug erkannt“, meint ein Anwohner. In den nächsten Wochen sollen die letzten Sicherungsarbeiten endgültig abgeschlossen sein – nach fast anderthalb Jahren. Dann ist die Waldegge dran.

Teure Bergbauvergangenheit

Die Sicherungsmaßnahmen an der Waldegge und am Hasenkampweg zahlt das Land NRW. Anwohner müssen sich nicht beteiligen. Die Arbeiten am Hasenkampweg kosten laut Bezirksregierung rund 900 000 Euro.

Witten gilt aufgrund seiner Bergbauvergangenheit als sehr „löchrig“. Auch z. B. in der Annenstraße, am Erlenbruch (Rüdinghausen) oder an der A43 bei Herbede floss Beton in die Erde.