Wie man flott eine Wunde stillt

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Wie rufe ich den Notruf an? Und was mache ich im Notfall? Früh übt sich: Dreizehn „kleine Helden“ führte das Rote Kreuz (DRK) in einem eintägigen Ferienkurs an die Soforthilfe im Ernstfall heran – spielerisch natürlich.

„Ich will lernen, wie ich helfen kann“, sagt der neunjährige Finn. Für das DRK eine gute Chance: „Es kam schon häufiger vor, dass Kinder ihren Eltern gesagt haben, was zu tun ist“, sagt Thorsten Knopp (43) vom Roten Kreuz.

Kinder seien unbefangen, handelten oft sogar intuitiv, also „aus dem Bauch heraus“ richtig, weiß DRK-Ausbilderin Kimberley Munce (23). Es ist ihr erster Kurs mit den Fünf- bis Zehnjährigen und sie hat mindestens genauso viel Spaß wie die Kleinen. „Am besten war die Decke“, sagt Emily (8). In die dünne knittrige Wärmedecke soll man das Unfallopfer möglichst schnell einwickeln. „Sonst muss der Verletzte ja auf dem kalten Boden liegen“, sagt Amy (7). „Die Decke hat eine silberne und eine goldene Seite. Die Goldene muss nach oben, damit der Helikopter einen findet“, erklärt Piet wissend.

Gelernt haben die dreizehn Jungen und Mädchen auch schon das richtige Verbinden. Erstmal rote Farbe auf den Unterarm und dann flott die Wunde stillen. „Erst die Kompresse, dann den Verband“, sagt Finn. Hannah erklärt: „Die Rolle muss nach oben zeigen und dann muss man sie vorsichtig abwickeln. Immer schön um den Arm herum“, sagt die Siebenjährige. Ausbilderin Doris Esser (47) nickt anerkennend und holt den großen Notfallrucksack hervor.

Spritzen, Blutdruckmeßgerät, Pflaster und und und... Der Notfallrucksack mit seinen neongelben Reflektoren fasziniert die Grundschüler. „Wahoo!“ ruft Noel begeistert aus. „Die Kinder saugen das alles auf wie ein Schwamm“, sagt DRK-Ausbildungsleiter Thorsten Knopp. Während Erwachsene häufig nur Kurse belegten, weil sie es müssen, kämen die Kinder zu den Ferienkursen aus freien Stücken.

Die Kurse – es gibt noch einen für 10- bis 13-Jährige am 7. April – gehören daher mittlerweile fest zum Ausbildungskalender. Und im Notfall selbst? Auch da sei auf Kinder Verlass. „Erwachsene fragen häufig erstmal, wegen was für einem Gesetz sie nun helfen müssten“, meint Knopp. Kinder seien da anders, sie machen einfach.

Wenn wirklich etwas Schlimmes passiert, „erstmal die 112 wählen“, weiß Noel. Mattis ergänzt: „Dann muss man der Feuerwehr die fünf W-Fragen beantworten. Also zum Beispiel: Was ist passiert? Wie viele Verletzte gibt es?“ Beim Kurs wird viel gelacht, alle sind interessiert und aufmerksam dabei. Gleich geht es nach draußen, den Rettungswagen anschauen. Das bewirkt ein allgemeines „Jaaaa!!“