Wie babyfreundlich ist das Wittener Kulturangebot?

Das Muttental mit seinem LWL-Industriemuseum begeistert Besucher aller Altersklassen. Säuglinge sind willkommen.
Das Muttental mit seinem LWL-Industriemuseum begeistert Besucher aller Altersklassen. Säuglinge sind willkommen.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Was machen, wenn der Babysitter absagt? Zu welchen Kulturveranstaltungen kann man Säuglinge und Kleinkinder mitnehmen? Wir haben uns umgehört.

Witten..  Kulturgenuss mit Kleinkind – passt das unter einen Hut? Was machen, wenn der Babysitter absagt? Aus verschiedenen Gründen raten Veranstalter häufig davon ab, Säuglinge mitzunehmen – oft auch zum Wohl des Kindes. Andere – darunter vor allem Museen – sind froh, wenn sie auch Nachwuchs begrüßen können. Wir haben das Wittener Kulturangebot für Erwachsene auf seine Babyfreundlichkeit getestet.

Werkstadt

Das soziokulturelle Zentrum an der Mannesmannstraße bietet Parties, Konzerte aber auch Comedy und Kabarett an. Grundsätzlich gilt: „Wenn es um Sprachkabarett geht, ist es kein Problem, Säuglinge notfalls mitzubringen“, sagt Mitarbeiterin Susanna Ahlborn. Kinder unter zwei Jahren können dann auf Verantwortung der Eltern mitgenommen werden – kostenlos. „Wir haben immer ein paar Notplätze für solche Situationen frei, auch wenn es eigentlich ausverkauft ist“, sagt Ahlborn. Dennoch: „Sobald das Kind älter ist und versteht, worum es geht, muss man auch den Jugendschutz beachten.“ Wer etwas für die ganze Familie plant, sei bei den Werkstadt-Familiensonntagen richtig.

Freie Theaterszene

Theater für Kinder und Schulen: Damit hat sich die Wittener Schauspielerin Beate Albrecht einen Namen gemacht. Auch von Nachwuchs lässt sie sich auf der Bühne nicht aus der Ruhe bringen. „Ich weiß, was für eine Organisationsarbeit das für Mütter ist, mal alleine ins Theater zu kommen“, sagt Al-brecht. „Wenn Mütter verantwortlich damit umgehen, können sie ihre Säuglinge gerne mitbringen. Die meisten gehen ohnehin kurz raus, wenn das Baby zu schreien anfängt.“ Müssten Säuglinge in diesem Fall bezahlen? „Wenn es nach mir ginge, nicht“, sagt Beate Albrecht. Doch freie Schauspieler und ihre Ensembles treten oft auf Geheiß fremder Veranstalter auf, die den Eintritt festlegen.

Burg Kino

Mit kleinem Kind ins Kino? Davon rät Joachim Schumacher, Geschäftsführer des Wittener Burg Kinos, eindeutig ab. „Durch die modernen Soundsysteme ist das viel zu laut!“ Und das sei nicht erst beim Actionstreifen der Fall, sondern sogar schon bei der vermeintlich harmlosen Werbung. Rein rechtlich gibt es auch Probleme mit der Altersfreigabe: „Wenn ein Film zum Beispiel ab sechs Jahren freigegeben ist, dann dürfen wir Jüngere einfach nicht reinlassen.“

Märkisches Museum

Auf Kunst und Stadtgeschichte müssen Eltern auch ohne Babysitter nicht verzichten. Das Märkische Museum erhebt grundsätzlich keinen Eintritt für Personen unter 18 Jahren. „Säuglinge mitzubringen, ist absolut kein Problem“, sagt Kurator Christoph Kohl. „Wir lieben Kinder im Museum.“ Auch bei Ausstellungseröffnungen seien sie herzlich willkommen. Diese übrigens sind für Besucher jedes Alters kostenlos.

Zeche Nachtigall

Das Muttental mit seiner idyllischen Lage eignet sich gut für Ausflüge. Auch im LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall gibt es für alle Altersklassen etwas zu entdecken. Kinder unter sechs Jahren zahlen keinen Eintritt. „Für Säuglinge haben wir auch einen Wickelraum“, sagt Mitarbeiterin Raphaela Klages. Nur der Stollen des Besucherbergwerks eignet sich keinesfalls für Babys. Erst Kinder ab fünf Jahren dürfen bei der geführten Tour die engen und schummrigen Gänge unter Tage – natürlich nur mit Schutzhelm – erkunden.