Werkstadt feiert „Silvester 2.0“

Die Freundinnen Marie und Angelika feierten „Silvester 2.0“ in der Werkstadt.
Die Freundinnen Marie und Angelika feierten „Silvester 2.0“ in der Werkstadt.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Werkstadt feierte den Jahreswechsel an diesem Wochenende einfach erneut. Zur Party kamen zwar nur 50 Gäste, aber sie nahmen das kuriose Motto mit Humor. Ein frohes – nicht mehr ganz so – Neues!

Witten..  Grüßt heute schon wieder das Murmeltier? Beim Blick auf das Party-Programm in der Werkstadt fühlte sich sicherlich der ein oder andere an diesem Wochenende wie im falschen Film. „Silvester 2.0“ lautete das nicht ganz alltägliche Motto in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Keine 100 Stunden nach dem Jahreswechsel wollte das soziokulturelle Zentrum an der Mannesmannstraße erneut das – diesmal freilicht nicht mehr ganz so neue – Jahr einläuten.

„Beim Verkauf der Silvesterkarten haben wir oft zu hören bekommen: Ich kann nicht, ich muss doch arbeiten.“ Da war für Partyorganisator Marcus Grabowski aus der Werkstadt klar: „Es müsste eine zweite Party geben: für alle, die in der Silvesternacht Dienst hatten.“ Immerhin: Mit über 500 Gästen hatte die Werkstadt zum richtigen Jahreswechsel die meisten Gäste in Witten verzeichnet. Richtig volle Tanzflächen und prächtige Stimmung inklusive. Kann man sowas vier Tage später wirklich wiederholen? „Es ist einen Versuch wert.“

Für Marcus Grabowski und sein Team ist es die zweite „Silvesterparty“, die sie arbeitend erleben. Diesmal jedoch läuft alles sehr viel gemütlicher ab: Nur 50 Gäste feiern um Mitternacht mit Sekt in den 4. Januar hinein. Sind Sie die Retter, die bei der ersten Feier in den Notfallambulanzen oder bei der Feuerwehr Dienst hatten? Eine Stichprobe bei dem Herrn an der Bar. Oliver (40): „Nein, ich habe Silvester nicht verpasst. Ich war nur auf einer anderen Party.“ Ein zweites Silvester also? „Für mich ist es einfach eine Samstagabendparty. Sie hat zwar ein Motto – aber das ist doch eher ein Spaß.“

Tischkracher statt Feuerwerk

Gudrun (42) aus Herne zieht es ebenfalls zur Bar. „Ich habe heute eine Freundin aus München dabei. Wir haben früher beide in Witten gearbeitet und sind oft in die Werkstadt gegangen. Wir haben uns heute gedacht: Egal was für eine Party ist, wir müssen um der alten Zeiten Willen wieder herkommen!“

Silvester wollten auch Ulla und ihre Freundinnen ursprünglich nicht nachfeiern. Aber das Motto freut sie. Ulla feiert an diesem Abend den 48. Geburtstag. „Mit Tischfeuerwerk und Sekt kommt uns das ja ganz gelegen. Schade nur, dass es so leer ist. Aber das war an meinem Geburtstag schon immer so: Der 3. Januar ist einfach ungünstig, da wollen die meisten nicht schon wieder feiern.“

Ob voll oder leer, Marie und Angelika stört das nicht. „Wir sind für uns hier. Wir haben trotzdem unseren Spaß.“ Da würde es auch nicht stören, dass die meisten Gäste viel älter seien. Im Gegenteil, so könnte die ganze Familie den Abend ausklingen lassen. Denn die Eltern seien auch dabei.

Zu Mitternacht serviert die Werkstadt kleine „Party-Kracher“: Tischknaller, die dünne Luftschlangen ausspucken. Denn richtiges Feuerwerk, sagt Veranstalter Marcus Grabowski, sei am Nachthimmel des 4. Januars schließlich nicht mehr erlaubt. Dennoch: Manche der Gäste wünschen sich spaßeshalber ganz stilecht erneut: „Ein frohes neues Jahr.“