Wer hier hinzieht, der bleibt

Foto: Fischer / Funke Foto Service
Was wir bereits wissen
In der Holzkampstraße in Witten wohnt es sich ruhig, sagen die einen. Viel los sei hier, vor allem viel Verkehr, sagen die anderen. Ein Spaziergang durch Annen

Witten..  Es geht bergauf in der Holzkampstraße. Für Schüler, die vom unteren Ende mit Ali Babas Büdchen und den beschaulichen Einfamilienhäusern bis hoch zur Holzkamp-Gesamtschule spazieren. Für Rockland, den Gitarrenladen, in dem Bob Dylan schon persönlich Guten Tag gesagt haben soll (geht die Mär). Und für sonst den ein oder anderen.

Ruhig ist das hier. Bis auf die Jugendlichen, die sich manchmal an der Bushaltestelle einen zwitschern. Aber sonst? Total ruhige Ecke. Bis auf die Schüler, aber als Schulhausmeister sollte man sich darüber nicht beklagen. Und oben am Bolzplatz mit dem Kunstrasen, da spielen sie manchmal bis zehn, halb elf abends Fußball. Das finden die Nachbarn natürlich nicht so gut, das plop plop plop dauernd. Manchmal fahre ich Fahrrad und manchmal nach Holland. Man muss ja auch mal raus.
Klaus-Dieter Schütrumpf („S C H Ü und dann Trumpf wie die Schokolade“), 59, ist seit 1988 Hausmeister an der Holzkampgesamtschule und wohnt auch dort


Laden läuft bestens

Wir sind vor acht Jahren hierher in die Holzkampstraße gezogen, weil wir was Größeres gesucht haben. Wir haben mit zehn Gitarren angefangen. Inzwischen haben wir Kundschaft aus der ganzen Welt. Hier war ja früher Edeka drin, wir haben das Ladenlokal komplett umgebaut. Die Parkplätze vor dem Haus sind super. Und wir haben eine total nette Nachbarschaft. Zwar sind wir privat vor Kurzem von Witten nach Dortmund gezogen - der Laden läuft hier aber bestens, der Standort ist perfekt.
Sinem Talay, 24, betreibt mit ihrer Familie das „Rockland“

Heute Durchgangsstraße

Wollen Sie wissen, wie das früher hier war, oder wie das heute hier ist? Früher war das hier schön ruhig. Aber seitdem sie an der Annenstraße bauen, da fahren hier Busse durch, Lkw, Rettungswagen. Mir scheint, es haben jetzt alle entdeckt, wie schön die Holzkampstraße als Durchgangsstraße funktioniert. Trotzdem, ich zieh höchstens noch auf den Friedhof oder in einen Bungalow, wenn ich im Lotto gewinne.
Eduard „Ede“ Böhm, 61

Nachbarn mit Gemüsegarten

Nachbarschaftlich ist das hier, familiär. Hier kennt jeder jeden. Gut, den Verkehr muss man in Kauf nehmen.
Marlis Funke, 64, verkauft Geflügel. Spezialität: Hähnchenrouladen


Jahrzehntelang könnte ich hier bleiben. Mit zwei Schulen und der Straße kann man als Kioskbesitzer nicht meckern. Und: Unsere Vermieterin hat einen Gemüsegarten, den wir nutzen dürfen.
Ali Baba, 27, betreibt die Trinkhalle Ali Baba