Wenn der Wittener Pastor spontan mitrockt . . .

Die „Ein-Tages-Band“ im Klimbim am 26. Dezember mit u.a. Ede Assheuer (links) und Rolf Klaer (am Mikrofon).
Die „Ein-Tages-Band“ im Klimbim am 26. Dezember mit u.a. Ede Assheuer (links) und Rolf Klaer (am Mikrofon).
Foto: MARTIN KERSTAN FOTOGRAFIE / FUNK
. . . ist wieder Weihnachts-Konzert in der Kult-Kneipe „Klimbim“. Der gute Zweck stand ursprünglich im Vordergrund.

Witten..  Der Tsunami 2004 war der Auslöser – und ein „Tsunami“ der guten Stimmung war die zehnte Ausgabe des ganz besonderen Konzertes am 2. Weihnachtsfeiertag in der Kultkneipe „Klimbim“. Ein Abend der Extra-Klasse!

Die Band ohne Namen mit Rolf Klaer (Gesang, Gitarre), „Ede“ Assheuer (Gitarre, Gesang), Gerald Caspers (Bass) und Thomas Lienenbröker (Schlagzeug) heizt dem proppenvollen, tanzenden Laden mächtig ein. Ohne jedwede Probe intoniert das Quartett, aus dem sonst höchstens jeweils zwei in anderen Bands gemeinsam wirken, Pop, Blues und Rock vom Feinsten.

„Wir spielen alles, was nicht mehr als vier Akkorde hat“, gibt Konzert-Initiator Rolf Klaer das Erfolgsrezept der „Ein-Tages-Band“ preis. „Das geht auch ohne großartig zu proben.“ So treffen Wittens „Fab Four“ mit Hits wie „Twist And Shout“, „La Bamba“, „Still Got The Blues“ und „Rockin’ All Over The World“ den Hörnerv des generationenübergreifenden Publikums voll.

Zudem rockt mit dem gesangsstarken Zuhörer Dirk Schuklat auch ein Pastor (ev. Martin-Luther-Kirchengemeinde) spontan mit, gibt sogar per Mundharmonika den Ton vor. „80 Prozent der Anwesenden sind immer hier“, wundert sich Klaer nicht über derlei Ad-hoc-Aktionen. Und wer in der Kneipe mit dem urigen Flair neu ist, wird schnell in die Klimbim-Familie aufgenommen. Erst recht, wenn es diesen irren, groovigen Sound gibt. So wundert eins nicht: „Seit zehn Jahren ist dieses Konzert stets ausverkauft“, berichtet der Bandleader stolz. „Es ist wohl das Richtige für alle, die Weihnachten entfliehen wollen.“

Famliäre Atmosphäre

„Es ist schön, nach den Feiertagen viele alte Bekannte zu treffen“, bestätigt Ingrid Zimmermann diese Einschätzung. „Mein Mann und ich sind jedes Jahr hier, uns gefällt die familiäre Atmosphäre.“ Auch Jutta Neusius-Kruse, die zum fünften Mal mitfeiert, stimmt ein: „Es ist sehr angenehm nach den anheimelnden Tagen hier zu sein. Nach eigenem Singen im Saalbau an Heiligabend und gestrigem Orgelkonzert ist das ein schöner Kontrast.“

Reaktion auf Tsunami in Asien

Der Auslöser für die Idee, am 2. Weihnachtstag ein Pop- und Rock-Konzert ins Leben zu rufen, ist ein äußerst tragischer: „Nach dem Tsunami in Asien kamen Rolf Klaer und ich auf die Idee, ein Konzert für die gute Sache auszurichten, um den Menschen zu helfen“, hat Wirt Francesco Sapia die schrecklichen Bilder spürbar noch vor Augen.

„Dabei blieb es dann. Seit zehn Jahren gibt es dieses Konzert nun“, sagt der 66-Jährige, der die Kult-Kneipe im Wiesenviertel nun schon seit 34 Jahren leitet und ansonsten nur bei der „Kneipennacht“ und „runden Geburtstagen“ Konzert-Gastgeber ist. Die Weihnachts-Fete ist und bleibt für ihn, wie für alle anderen, halt etwas Besonderes.

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