Wenn 100 Köche am Ofen zaubern
27.01.2012 | 17:09 Uhr 2012-01-27T17:09:00+0100
Witten. Zum zweiten Mal sind Wittener Gastronomen beim „Menue Karussell“ dabei, bei dem Köche aus dem ganzen Ruhrgebiet zum Festpreis auftischen. Ein Wittener Restaurant-Duo feiert seine Karussell-Premiere.
Das „Menue Karussell“ dreht sich wieder: Bereits zum siebten Mal zaubern fast 100 Köche aus dem ganzen Ruhrgebiet im Februar und März ihre Leib- und Magengerichte auf die Teller. Zwei Wittener Restaurants sind zum zweiten Mal mit an Bord, ein Duo feiert seine Premiere.
Das Prinzip dieser kulinarischen Aktion ist einfach und scheint die Gastronomen an und um die Ruhr überzeugt zu haben: Sie bieten Kunden mit einem gehobenen Gaumen an zwei Monaten Vier-Gänge-Menüs zum Festpreis, die Getränke gehen aufs Haus. Zurück bekommen sie, wenn alles à la carte läuft, ein Umsatzplus. „Schlecht geht das Geschäft nicht, aber wir hoffen durch die Aktion Kunden auch aus anderen Städten zu gewinnen“, sagt Luis Alvarez.
Wie für das Parkhotel ist es auch eine Premiere für den 58-Jährigen, der im „Picasso im Ruhrblick“ Lachs und Rumpsteak wendet. Im Februar und März will er die knurrenden Mägen mit Jakobsmuscheln und Steinbutt begeistern. Vielleicht ist es die gelungenen Bilanz des Vorjahres, die Alvarez überzeugt, seine Pfanne im „Menue Karussell“ zu schwenken: Über 30 000 Gerichte landeten 2011 im Ruhrgebiet auf den Tischen. Vielleicht ist es aber auch das Klingeln in der Kasse der Konkurrenz.
„Durch das Angebot haben wir viele Kunden dazu gewonnen“, resümiert Stefanie Hoppe, Inhaberin des Hotelrestaurants „Hoppe’s sinn.esslust“, das wie das Haus Herbede zum zweiten Mal dabei ist. „Jeder Achte kam von außerhalb Wittens.“ Fürs „Menue Karussell“ 2012 konnte Hoppe schon früh 19 Karten an den Mann (und die Frau) bringen. Ob der Norwegische Fjordlachs lockt, muss an dieser Stelle unbeantwortet bleiben.
Seit 2005
Ein Erfolg, weiß auch Herwig Niggemann. Der 66-jährige Gastronom hat das besondere Menü 2005 ins Leben gerufen. Damals fing es in Bochum an, zwei Jahre später sprang auch Dortmund aufs Karussell auf. Es folgten Recklinghausen, Haltern, Dorsten, Marl und – seit zwei Jahren – eben auch Witten. „Der Mensch hat zwei Restaurants, die er kennt. Durch das breite Angebot in so vielen Städten probieren die Leute auch mal ein unbekanntes Lokal aus“, so Niggemann.
Das Menue Karussell dreht sich für alle Feinschmecker vom 1. Februar bis zum 31. März. Die Zusammenstellung der Restaurants ist so gewählt, dass für jeden Gaumen etwas Passendes dabei sein soll. Es gibt drei unterschiedliche Gebiete beim diesjährigen „Menue Karussell“. Eines mit Recklinghausen, Dorsten, Haltern am See, Castrop-Rauxel, Herne, Datteln und Marl sowie die Gourmet-Gebiete „Bochum und Hattingen“ und „Dortmund und Umgebung“, wozu auch Witten zählt.
Ein Vier-Gang-Menu plus Getränke (Wein, Bier, Mineralwasser) kostet zwischen 32,50 und 49,90 Euro. Reservierung und weitere Informationen unter www.menue-karussell.de
In Sachen „Menue Karussell“ verrät der Gastronom sogar das Geheimrezept: die Köche. Es sind rund 100 in diesem Jahr und sie verderben nicht den Brei – im Gegenteil, findet Niggemann: „Die Köche können gut kochen. Aber sie können schlecht Werbung machen. So eine gemeinsame Aktion von Gastronomen aus dem ganzen Ruhrgebiet hilft allen weiter.“
Bei so viel Eigenwerbung sind die Konkurrenten Freunde im gleichen Boot. In dem die Köche das Steuer in der Hand haben. „Sie sind zu einer Marke des „Menue Karussell“ geworden“, sagt Herwig Niggemann. „Sie sind die Gesichter hinter der Pfanne.“
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