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Wenig Platz für weiteres Wachstum

19.09.2010 | 13:13 Uhr
Wenig Platz für weiteres Wachstum
Das Gewerbegebiet an der Dortmunder Straße. Luftbild: Hans Blossey

Ennepe-Ruhr. Kein Platz für Arbeitsplätze. Und deshalb wird danach im Ennepe-Ruhr-Kreis jetzt auch händeringend gesucht.

„Alles, was wir ins Visier nehmen, ist irgendwie problematisch“, erklärte Jürgen Brückner im Wirtschaftsausschuss des Kreises. Was der Kämmerer aus dem Kreishaus im Schwelm damit sagen will: Überall müsste Mutter Natur Kompromisse für das Wirtschaftswachstum eingehen.

Wenn ein heimisches Unternehmen aus allen Nähten platzt und neu bauen möchte oder ein Investor Interesse bekundet, sich zwischen Ennepe und Ruhr zu engagieren, dann hat er es schwer. Brückner: „Bei den Gewerbeflächen haben wir keine Kapazitäten über 20 000 oder 25 000 Quadratmetern.“ Deshalb sei noch einmal der gesamte Kreis durchforstet worden. Schließlich wurden 26 mögliche Gewerbeflächen im Bereich von sechs Kommunen entdeckt, die mehr als zehn Hektar groß sind. In drei Städten des Kreises sei gar nichts mehr zu machen gewesen.

Diese 26 Flächen wurden vom Regionalverband Ruhr (RvR) inzwischen unter die Lupe genommen. Danach sind davon noch zehn Gewerbegebiete übrig geblieben. Ziel sei es, so Brückner gegenüber den Politikern, zum Schluss bis zu vier Gewerbegebiete in der besagten Größenordnung zur Verfügung zu haben. Wo die zehn Kandidaten dafür liegen, möchte die Kreisverwaltung nicht bekannt geben. Die vier Gebiete, die sozusagen in die Endausscheidung kommen, sollen allerdings bis Ende des Jahres benannt werden. Denn die Zeit drängt. „Wenn die Konjunktur wieder anzieht, wie es alle Prognosen erwarten, wird das Problem mit den Gewerbegebieten noch größer“, sagt Brückner.

Wirtschaftswachstum bringt eben mit sich, dass sich erfolgreiche Firmen ausdehnen müssen. Wenn sie dazu im Ennepe-Ruhr-Kreis nicht die Gelegenheit haben, bleibt ihnen quasi gar nichts anderes mehr übrig, als die angestammte Heimat zu verlassen. Damit gehen nicht nur Arbeitsplätze verloren, was schon schlimm genug wäre. Die Städte müssten auch auf Einnahmen aus der Gewerbesteuer verzichten, was bei leeren Kassen nach der Krise schwer fallen wird.

Klaus Bröking

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