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Wege aus der Krise

19.06.2009 | 15:03 Uhr
Wege aus der Krise

Die Wirtschaftskrise und die Frage, wer für die Folgen aufkommen muss, standen im Mittelpunkt eines spannenden „Reitz-Themas” in der Werkstadt mit Gästen aus Politik, Wissenschaft und von Arbeitnehmerseite.

Da wird dem einen oder anderen direkt zu Beginn der Diskussionsrunde der Schrecken in die Glieder gefahren sein: „Wenn Sie Wittener sind, dann haben Sie 2450 Euro Schulden, als Bundesbürger sogar 19 444 Euro”, sagte WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz. Die Wirtschaftskrise und die Frage, wer für die Folgen aufkommen muss, standen im Mittelpunkt eines spannenden „Reitz-Themas” in der Werkstadt mit Gästen aus Politik, Wissenschaft und von Arbeitnehmerseite.

Deutschland ächzt unter einem riesigen Schuldenberg, der wegen der Wirtschaftskrise immer noch weiter wächst. „Es ist ein Gebot der Generationengerechtigkeit, dass die Politik lernt, dass man nicht ständig mehr Geld ausgeben kann als man einnimmt”, forderte der Fraktionschef der FDP im NRW-Landtag, Gerhard Papke. Für die Schuldenbremse bei Ländern und Bund, die auch beim Finanzexperten des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) Rainer Kambeck gut ankam, hatte der NRW-DGB-Vorsitzende Guntram Schneider aber gar kein Verständnis: „Wenn wir nicht aufpassen, könnte das der Anfang vom Ende der Bundesländer sein.” Er könne nicht verstehen, wie man sich selbst so fesseln könne.

Ein großes Thema war auch die Opel-Rettung. Nicht alle Autobauer hätten eine Finanzspritze nötig, merkte Rainer Kambeck kritisch an. Opel sei ein besonderer Fall, korrigierte Norbert Römer, stellvertretender SPD-Fraktionschef im Landtag, weil das Unternehmen eine US-amerikanische Mutter habe. „Eine Insolvenz ist immer schlechter als Arbeit zu erhalten.”

Im Publikum kochten bei diesem Punkt die Emotionen hoch: „Wäre Opel kaputt gegangen, wären tausende Arbeitsplätze in den Zuliefererbetrieben verloren gegangen”, sagte Vize-Bürgermeister Jürgen Dietrich mit Blick auf die Wittener Unternehmen Gallade´, Pelzer und Pilkington.

Um Witten, genauer: um schlechte Straßen in der Ruhrstadt, ging es auch bei der Diskussion um den Soli. Der müsse endlich abgeschafft werden, forderte Gerhard Papke vehement. Im Osten hätten die Menschen mittlerweile Straßen, von denen man im Ruhrgebiet nur träumen könne. Da war er gar nicht so weit von Guntram Schneider entfernt. Der will zwar am Soli festhalten, „aber nicht in eine Himmelsrichtung.” Das Geld müsse l dorthin fließen, wo es nötig sei. „Auch nach Witten.”

Als Ulrich Reitz zum Schluss der hitzigen Diskussion fragte, wer denn nun die Zeche für die Krise zahlen müsse und als Antwort „Wir” vorschlug, blieb dies in der Runde unwidersprochen. Auch im Publikum: „Klar, wer denn sonst” war aus den Reihen zu hören.

Claudia Vüllers

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Kommentare
22.06.2009
14:40
Wege aus der Krise
von Romeo Frey | #3

Was soll denn das Innovative daran sein, egal ob Krise oder nicht, immer wenns ans bezahlen geht, die kleinen Leute abzukassieren? Braucht man für solch ein Diskussionsergebnis eine Expertenrunde? Warum geht man nicht auf die Ursachen der Krise ein, dann kommt man auch auf andere Lösungen: z.B., wie AUF Witten schon lange fordert, ein Zinsmoratorium für die Kommunen, sizusagen ein Stillhalteabkommen mit den Banken, bis die Kommunen die wichtigsten Investitionen getätigt haben. In Witten wären das momentan jährlich 13 Millionen Euro, das vorrangig in die Strukturregion hier gehen müsste und könnte. Das wäre ein wirkliches Konjunkturprogramm. Damit lassen sich allerdings systembedingte Krisen nicht lösen - es wäre nur ein Beitrag, die Verursacher der Krise auch für die Folgen heranzuziehen.
Romeo Frey - AUF Witten

20.06.2009
11:30
Wege aus der Krise
von bochdirekt | #2

Ha da sagt mal wieder aus wieviel ahnung dort vorhhanden ist, Vize-Bürgermeister Jürgen Dietrich
weiß z.b. überhaupt nicht was z.b. Pilkington für wen Produziert, für OPEL gewiss nicht !

Und an Guntram Schneider der hinweiss, wenn die Stadt Witten soviel Geld hat das dort so ein megaschönes Dach vor dem Rathaus für eine Bußhaltestelle gebaut wird, tja solange würde ich sagen, müßte auch der Soli in die Neuen Bundesländer gehen.

Aber wie gesagt, Keine Ahnung, aber davon jede menge

19.06.2009
16:05
Wege aus der Krise
von Herr Matthias | #1

der größte Trugschluss ist überhaupt, das bei einer Schließung von Opel Arbeitsplätze bei den Zuliefererbetrieben verloren gegangen währen!

Kein Zulieferbertrieb produziert nur für ein Automobilunternehmen allein, sonder immer gleichzeitig für mehrere, würde Opel geschlossen, so würden alle anderen Automobilhersteller versuchen die Lücke im Markt an sich zu reißen um mit Ihren Produkten die Nachfrage am Markt besonders duch die von Opel entstanden Lücke zu schließen.

So produziert dann ein Zulieferer nicht mehr für Opel, aber für ein anderes Automobilunternehmen um so mehr.

Folglich gehen nicht die vielen Arbeitsplätze bei den Zulieferern verloren sondern nur die bei Opel.

Ein guter Zulieferer passt sich in kürzester Zeit an!
Das war schon immer so und macht ihn widerstandsfähig.

Das gilt auch für unsere Wittener Automobilzulieferer!!!

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