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Winter in Witten

Wasservögel hungern

09.01.2009 | 18:01 Uhr

Schnee und Eis machen dieser Tage schon den Menschen zu schaffen. Aber auch für die Wildtiere ist eine harte Zeit angebrochen. Enten, Schwäne und Gänse finden schon seit Tagen kaum noch Nahrung.

Das Wasser vereist, die Wiesen von Schnee bedeckt: Wasservögel finden kaum noch Futter. Foto: Arne Poll

Die Wiesen liegen unerreichbar unter der dicken Schneedecke und auch auf dem Wasser ist nichts zu holen. „Das bisschen, was es an den Zuläufen von Hammerteich, Kem-nader See und Harkortsee noch gibt, ist längst aufgebraucht”, erklärt der Wittener Tierschützer Thorsten Kestner.

Dabei brauchen die Tiere gerade bei niedrigen Temperaturen eine Menge Energie, um bei Kräften zu bleiben. Deshalb haben sich die Tierschützer angesichts der Ausnahmesituation entschlossen, einzugreifen. „Ab sofort wird kontrolliert gefüttert”, sagt Thorsten Kestner. Gemeinsam mit seinen ehrenamtlichen Mitstreitern, unter anderem vom Nabu, wird er ab diesem Wochenende die Seen und Teiche im Ennepe-Ruhr-Kreis abfahren.

Aus artenschutzrechtlicher Sicht sei das Füttern nicht angebracht, da so die natürliche Auslese gestört werde. Allerdings: „Man kann schlecht zusehen, wie die Tiere in der Kälte eingehen.”

Dass es den Vögeln nach zwei Wochen strengen Frosts schlecht geht, kann Kestner in seiner Hattinger Wildvogelstation beobachten. Vier geschwächte Enten, ein Schwan und zwei Bussarde erholen sich dort zurzeit. Dass es noch mehr werden, daran hat der 44-Jährige keinen Zweifel.

Von behördlicher Seite gibt es keine Einwände gegen die Fütterung. „In unserer Ordnungsverordnung steht nur, dass Stadttauben nicht gefüttert werden dürfen”, so Burkhard Overkamp vom städtischen Ordnungsamt. Und auch die Kreisveterinärbehörde habe nichts dagegen, so Kreissprecher Ingo Niemann auf Anfrage unserer Zeitung.

Wer Wasservögeln helfen möchte, sollte kein Brot füttern. „Brot macht zwar den Magen voll, gibt aber keine Energie.” Besser geeignet seien Getreide, Geflügelfutter oder Kleie. Für alle Bemühungen gelte: „Nur so viel Futter geben, wie auch gefressen wird.” Reste sollten entfernt werden, um kein Ungeziefer anzulocken, zumal das Futter schnell gefriere oder verderbe und dann nichts mehr nutze.

Auch Reiher und der seltene Eisvogel sind von der Kälte betroffen. Ihnen könne man helfen, indem man Löcher ins Eis schlage. So hätten die Vögel eine kleine Chance zu jagen. Denn eines, so Kestner, sei klar: „Einige Arten werden herbe Verluste erleiden”.

Nina Estermann

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