Wasserstand der Ruhr in Witten leicht erhöht

Die Hochwasserlage an der Ruhr, hier im Bereich Kemnade, ist noch unbedenklich.
Die Hochwasserlage an der Ruhr, hier im Bereich Kemnade, ist noch unbedenklich.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Der Ruhrverband sieht jedoch keine Überschwemmungsgefahr. Seit Samstag sinkt der Pegel wieder.

Witten..  Spaziergänger genießen das schöne Januarwetter derzeit warm eingepackt auch entlang der Ruhr. Wer dabei einen Blick aufs Wasser wirft, dem wird es so vorkommen, als sei der Fluss ein wenig höher als sonst. Der Schein trügt nicht. Doch obwohl der Pegelstand tatsächlich angestiegen ist, besteht noch längst keine Gefahr durch Überschwemmungen. Da gibt der Ruhrverband eindeutig Entwarnung.

Land erarbeitet neue Richtlinie

„Der Wasserstand lag gestern um 11 Uhr am Pegel in Hattingen, der auch für Witten aussagekräftig ist, bei 2,67 Metern“, sagt Sprecherin Britta Balt. Durchschnitt seien 1,99 Meter. Von einem mittleren Hochwasser sei allerdings erst ab einem Stand von 5,21 Metern die Rede. Auch der Durchfluss sei nur etwas erhöht und habe – ebenfalls gestern Vormittag – bei 97,4 Kubikmetern gelegen. Durchschnittlich fließen 70 Kubikmeter pro Sekunde, aber erst bei einem Durchfluss von 570 Kubikmetern spreche man von einem mittleren Hochwasser. Der vorläufige Höhepunkt sei hier am vergangenen Samstag erreicht worden, als 122 Kubikmeter Wasser in der Sekunde registriert wurden. Seitdem gehe die Wassermenge kontinuierlich zurück.

Die leicht erhöhten Werte, so Balt, seien auf das regnerische Wetter der letzten Tage zurückzuführen. Doch noch sei alles im grünen Bereich. Erst die nächste Schneeschmelze könnte die Werte negativ beeinflussen. Das letzte Hochwasser führte die Ruhr übrigens nicht im Winter, sondern am 9. und 10. August 2007. Damals hatten außergewöhnlich starke Regenfälle dazu geführt, dass erstmals die Möhnetalsperre übergelaufen sei. Das Wasser in der Ruhr habe eine Durchflussgeschwindigkeit von 626 Kubikmetern pro Sekunde erreicht. „Das ist viel für ein Sommerhochwasser, wäre aber nicht ungewöhnlich im Januar oder Februar zu Zeiten der Schneeschmelze“, erklärt Britta Balt.

Um bei extremen Ereignissen besser reagieren zu können, arbeite das Land gerade eine Hochwasser-Risikomanagement-Richtlinie aus. Bis Ende des Jahres sollen Pläne für einzelne Flüsse und deren Einzugsgebiete vorliegen. Auf dieser Basis können Maßnahmen besser abgestimmt werden, um Risiken für Mensch und Umwelt zu verringern.