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Wasserpest am Kemnader See wütet stärker denn je

03.08.2011 | 17:04 Uhr
Wasserpest am Kemnader See wütet stärker denn je
Die Wasserpest wuchert schon wieder im Kemnader Stausee in Witten. Foto: Walter Fischer /WAZ FotoPool

Bochum/Witten.   Was da wie eine grüne Wiese auf der Wasseroberfläche daherkommt, ist nichts anderes als die stark wachsende Wasserpflanze „Elodea“. Selten breitete sich die Wasserpest so massiv wie in diesem Jahr aus.

Seit ein paar Tagen können Jogger, Inliner, Radler, Spaziergänger und natürlich Wassersportler das Schauspiel der Natur beobachten, Gerade in Höhe Oveneys, allerdings mehr zur Herbeder Seite hin, da, wo die Autobahn dem See ziemlich nahe kommt, gleicht die Seeoberfläche einer Wiese. Die laut Ruhrverband in diesem Jahr sehr stark wachsende Elodea hat die Wasseroberfläche erreicht.

Sie wächst ab Frühjahr vom Grund aus und breitet sich in den Sommermonaten, meist von August bis Ende September,je nach Wärme und Klarheit des Wassers entsprechend stark aus. Für Kanuten, Segler oder Tretbootfahrer ist das kein Vergnügen. Sie können sich in dem Grünzeug verfangen. Wer etwas davon abreißen will, wird mit einem ziemlich starken Geruch konfrontiert, ähnlich wie bei Algen.

Elodea braucht sehr wenig Nährstoffe

Dass sich die Elodea 2010 eher unauffällig verhielt, in diesem Jahr dafür aber wieder um so stärker kommt, erklärt Ruhrverbandssprecher Markus Rüdel (45) so: „Sie wächst schneller, weil das Wasser klarer ist und es weniger Algen gibt.“ Algen gedeihen mehr im trüben, sie brauchen Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor und haben die Eigenschaft, die Elodea zurückzudrängen. In diesem Frühjahr habe es kein Hochwasser gegeben, deshalb sei das Wasser klarer, erklärt Rüdel. Etwas Licht reicht der Pflanze schon zum Wachsen.

Keinen Zusammenhang sieht Rüdel zwischen dem starken Elodea-Befall und dem Düngen der Felder mit Gülle oder Kunstdünger, wodurch der Stickstoff- oder Phosphorgehalt in der Ruhr steigen kann. Im Gegenteil: Elodea sei eine Pflanze, die sehr wenig Nährstoffe brauche. Das war das Ergebnis einer 1,2 Mio Euro teuren Studie. Nun weiß der Ruhrverband zwar viel über die Bedingungen, unter denen sich Elodea wohlfühlt. Ein Patentrezept, um die Wasserpest zurückzudrängen, wurde aber nicht gefunden.

Mähboot wird nicht eingesetzt

Der Verband hat sich in diesem Jahr mit dem Freizeitzentrum Kemnade darauf verständigt, kein Mähboot einzusetzen. Erstens ist das ein teures Vergnügen, kostet ein Mähtag doch um die 2000 Euro. Zweitens gibt es derzeit wegen der Großbaustelle am Wehr keinen Abladeplatz für das „Gras“ der Wasserpflanze.

Es wird also höchste Zeit, dass endlich die Rotfedern anbeißen. Die Fische, die 2009 und 2010 eingesetzt, wurden, sollen die Elodea fressen. Immerhin: Bissspuren wurden schon entdeckt. Ruhrverbandssprecher Markus Rüdel: „Leider reicht die Population noch nicht aus, um den Elodea-Bestand zu verringern. Wir versuchen es aber weiter.“

Jürgen Augstein

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Kommentare
05.08.2011
23:57
Wasserpest am Kemnader See wütet stärker denn je
von Volksentscheid | #9

#1 Nee,die Angler sind durch Elodea genauso gelackmeiert..und zahlen ebenfalls Gebühren für die Seenutzung.Bei dem Aufkommen der Wasserpest
helfen aber auch die eingesetzten Rotfedern nix.Das war von Anfang an eine Lachnummer.Der See könnte eine halbwegs effektive Anzahl Rotfedern mangels Nährstoffe nicht ernähren.

04.08.2011
23:38
Wasserpest am Kemnader See wütet stärker denn je
von spatzenfreund | #8

@7 so macht es der segelschulbesitzer am harkortsee, er zieht ein großes stahlgestell über den seeboden. das wirkt und reicht völlig aus. segeln dort funktioniert 1a!!! :-)
dass das mit dem mähen nicht funktioniert, begreift der ruhrverband nicht, und nutzt das nutzlose boot weiterhin. typisch verwaltung!

04.08.2011
16:26
Wasserpest am Kemnader See wütet stärker denn je
von vomDach | #7

@6 Da kann ich nur sagen ab an den Stammtisch, dort werden solche Sprüche gedroschen..
Ihr Vorschlag kostet alleine für Anzug und Brille 4.000.000,00 Euro. Dazu kommen noch weitere Kosten für Transport usw. Arbeitsrechtlich ist das auch schwierig.
Ansonsten kann ich nur sagen, dass es sicher keine schlechte Idee ist, die Sportvereine mit in die Pflicht zu nehmen. Eventeull reicht es ja auch einen Rechen oder ein Stahlseil über den Boden zu ziehen und die Struktur der Planzen zu zerstören. Versuch macht klug.

04.08.2011
12:32
Wasserpest am Kemnader See wütet stärker denn je
von bluthund | #6

ich habe eine einfache lösung
alle arbeitsunnwilligen hart zer mit anzug und taucherbrille ausstatten (ca. allein in Bochum von mir geschätzt 20 000 )
die können dann in WECHSELSCHICHT die Pflanzen
ernten

04.08.2011
10:11
Wasserpest am Kemnader See wütet stärker denn je
von dtonal | #5

Die Ruhr unterhalb des Sees ist so klar wie nie... 2 Meter Sichttiefe... Mal überlegen, ob die Pest nicht einfach Natur ist und .... gut!?

04.08.2011
08:28
Wasserpest am Kemnader See wütet stärker denn je
von hamicha | #4

Genau wie die Jahrhunderthochwasser mittlerweile mehrmals im Jahr auftauchen wird auch das Sommerloch immer größer und dauert demnächst von März bis November.
Genauso wütet die Wasserpest am Kemnader See fast jedes Jahr stärker denn je.

03.08.2011
23:06
Wasserpest am Kemnader See wütet stärker denn je
von spatzenfreund | #3

es hat ja zuvor bestimmt auch keine studien zu elodea gegeben - oder hat man es nicht für nötig gehalten, mal international zu forschen? der lösungsansatz hätte eh nichts gebracht, da in alles mögliche in die ruhr eingeleitet wird, es ist ja auch ein industriegewässer.
dass die fische das problem lösen, ist eher unwahrscheinlich.
in düsseldorf am unterbacher see wird fleißig gemäht - und auch wesentlich planvoller als an der kemnade - und das problem wird praktisch nicht bemerkt.
warum lädt der ruhrverband die pflanzenreste dort ab, wo kein wassersport stattfindet? logisch wäre ein abladen im hafen, nicht ganz unten am wehr. etwas nachdenken würde hier helfen. schließlich soll der wassersport etwas davon haben, oder hat das methode??? am harkortsee mäht der ansässige segelschulinhaber auf eigene kosten - auch mit sehr viel erfolg - ohne abladen der reste, diese werden einfach im wasser gelassen. dies wäre auch eine alternative, die viel zeit spart und die entsorgungskosten vermeidet. solange es leute gibt, die zum mähen und abladen jeweils eine halbe stunde über see tuckern, wird die situation nicht besser! das mähboot ist eh zu klein dimensioniert, man sollte sich mal die methode vom harkortsee anschauen, das ist wesentlich effektiver! aber geld und zeit spielen keine rolle am see, die inlineskaterbahn mit beleuchtung braucht kein mensch, da skaten mittlerweile out ist, und was der lärmschutzwall am parkplatz neben der beachsporthalle soll, weiß nur der planer, oder diejenigen,die finanziell davon profitieren, diesen staat noch ärmer zu machen. und die wassersportschule scheint sich auch nicht drum zu kümmern. früher hat der see mal dem fzk gehört, mit dem verkauf an den ruhrverband sollte sich nichts verschlechtern, das ergebnis kann mal auf der wasseroberfläche jeden sommer bestaunen. dass der see so völlig unattraktiv aussieht, sei nur am rande bemerkt. mir wird schlecht. wenn die öffentliche hand etwas tut , wird wie immer nur viel geld verschwendet!

03.08.2011
20:25
Wasserpest am Kemnader See wütet stärker denn je
von DerSteiger | #2

Das Problem ist seit Jahren bekannt, aber bis heute wurde und wird nichts dagegen unternommen.
Der Wassersport kann praktisch einpacken.

Dem Ruhrverband kann es ja auch egal sein - für Ihn ist der See mehr ein grosser Wasserfilter denn ein Naherhohlungsgebiet.

So wird wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren weitergehen, viel BlaBla, es wird nichts unternommen.

03.08.2011
20:11
Wasserpest am Kemnader See wütet stärker denn je
von Anna_Bolika2 | #1

1,2 Mio für die Studie - das wären 600 Tage
Mähen gewesen - aber wir habens ja.
Und solange die Angler jeden Fisch rausholen, dürfte
die Sache mit den Rotfedern wohl im Sande
verlaufen ...

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