Was mit Wittens Tannenbäumen nach dem Fest geschieht

Die Sammelstelle auf dem Platz an der Gedächtniskirche.
Die Sammelstelle auf dem Platz an der Gedächtniskirche.
Foto: FUNKE Foto Services
In Wohnzimmern sorgte der Weihnachtsbaum in den vergangenen Wochen für Gemütlichkeit. Doch was geschieht mit ihm, wenn er wieder entsorgt wird?

Witten..  Vielen Menschen hat er die dunkle Jahreszeit erhellt und unter seinem Geäst den Geschenken einen Platz geboten: der Weihnachtsbaum. Seit gestern sammelt das städtische Betriebsamt das nadelige Gewächs wieder ein. An gut einem Dutzend Sammelstellen können die Wittener Bürger ausgediente Weihnachtsbäume kostenlos abgeben.

Anita Weißenseel (77) zum Beispiel hat ihren Baum schon bei erster Gelegenheit entsorgt. „Der war nicht gut“, sagt sie, „er hat extrem gestunken. Wahrscheinlich wurde er massiv gespritzt“. Dafür habe er kaum genadelt. Früher hatte sie ihren Baum vier bis sechs Wochen und brachte ihn dann zum Zoo: als Delikatesse für Elefanten. Diesmal nicht: „Die verderben sich ja den Magen“, sagt sie.

Und so überlässt sie diesmal dem Ennepe-Ruhr-Kreis die Entsorgung. Laut Betriebsamt sei diese „absolut umweltfreundlich“. Was passiert also konkret mit den Nadelbäumen?

Container der AHE

An jeder der Sammelstellen, an denen die Tannen abgelegt werden können, befindet sich ein Container der AHE, dem regionalen Entsorgungsunternehmen. „Wer stark genug ist oder nur ein kleines Bäumchen hatte, kann es auch direkt in den Container werfen“, erklärt Stadtsprecherin Lena Kücük. Ein Laster der AHE sammelt täglich die Bäume ein und bringt sie zur „Biogasanlage mit nachgeschalteter Kompostierung“ des EN-Kreises im Bebbelsdorf.

Da die Tannenbäume aber durch ihren hohen Holzanteil zur Gärung und direkten Erzeugung von Biogas ungeeignet sind, werden sie dort zunächst geschreddert. Anschließend dienen sie „als Strukturmaterial zur Unterstützung des Gärungsprozesses anderer Bioabfälle“, erklärt Johannes Eining, Prokurist der AHE. Während die Biomasse, der das Gas entzogen wurde, schließlich kompostiert wird, verkauft die AHE die ausgedienten Holzstückchen als „Ersatzbrennstoff“ an Unternehmen, zum Beispiel an ein Zementwerk. Eining: „Wenn sie heute etwas verfeuern, dann ist die Luft, die oben rauskommt, sauberer, als die, die sie normalerweise einatmen“.

Dagegen ist sich Birgit Ehses von der Naturschutzgruppe Witten sicher: „Die Umweltschäden durch das Spritzen und die spätere Verbrennung sind auf jeden Fall als bedenklich einzustufen.“ Deshalb kommt der Umweltschützerin erst gar kein Baum ins Haus.