Was Lenin an Beethovens Musik schätzte

Warum war Lenin bereits, Beethovens Klaviersonate „Appassionata“ jeden Tag zu hören? Dies erklärt Musikwissenschaftler und Pianist Dr. Alexander Jakobidze-Gitman am kommenden Sonntag, 5. Juli, in der Uni Witten/Herdecke. Der Vortrag des gebürtigen Moskauers beginnt um 11 Uhr. Danach spielt Jakobidze-Gitman das berühmte Werk, das1804 und 1805 entstand.

„Appassionata“ gilt als ein Gipfel der sogenannten „heroischen“ Schaffensperiode Beethovens, als ein Nachhall der französischen Revolution.Von Lenin, dem führenden Kopf der Oktoberrevolution 1917 in Russland, ist der Satz überliefert: „Ich kenne nichts Besseres als die Appassionata, ich könnte sie jeden Tag hören. Eine erstaunliche, nicht mehr menschliche Musik.“ Jakobidze-Gitman stellt also zwei Revolutionäre vor: Der eine, Beethoven, ist ein Revolutionär in der Musik, der mit den Formen der überkommenen Musikmodelle von Joseph Haydn (1732-1809) bricht. Lenin ist ein politischer Revolutionär, der mit dem zaristischen System in Russland bricht.