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Was für eine Gaudi

22.09.2011 | 18:52 Uhr
Was für eine Gaudi
Zünftig bayrisch ging es schon beim Herbeder Oktoberfest 2010 zu. Foto: Stefan Arend / WAZ Fotopool

WittenMit einem Trachtencasting, bayrischem Festzelt und Bands wie den „Schluchtenkrachern“ zelebrieren die Herbeder ab 30. September ihr 25. Oktoberfest-Jubiläum - und liegen damit voll im weiß-blauen Trend.

Denn: Immer mehr Städte entdecken die Wiesn-Gefühle zwischen Weißwurst und Maß. Passend dazu verkaufen Modeläden - so auch in Herbede - Dirndl und Trachten. Früher hätte man diese Gaudi-Grundausstattung nur in einem speziellem Geschäft für Jagdmode erhalten.

Herbede hat seinem langjährigen Oktoberfest, das 1987 als engagiertes Stadtteilfest mit Kirmes, Akrobatik und Musik gestartet war, im 2010 einen weiß-blauen Anstrich verpasst. Mehr Festzelt, mehr Bayern, mehr O-Zapft-Gefühl. Ein Art Notlösung, denn das Stadtteilfest drohte an Strahlkraft zu verlieren.

Diese Idee hat sich schließlich als Besuchermagnet entpuppt. „Das ist sehr gut angekommen“, sagt Gudrun Dönhoff-Aufermann vom Stadtmarketing. Etwa 15 000 Besucher lockte der Spaß 2010 an die Meesmannstraße.

Nun startet am Freitag, 30. September, die viertägige Jubiläumsausgabe mit Kirmes, Ständen, verkaufsoffenen Geschäften und Akrobatik. Die Werbegemeinschaft setzt dabei erneut auf den Bayern-Faktor: So gibt es ein größeres Festzelt am Platz an der Schmiede mit integrierter Bühne (letztes Jahr war sie außerhalb), Weißwurst und bayrischem Bier. Über den Maßkrug-Preis gibt es noch keine Informationen.

Modische Besucher können am Samstag (1.10.) um 15 Uhr an einem Trachten/Dirndl-Casting teilnehmen - der Sieger erhält einen bayrischen Präsentkorb.

Im Festzelt startet die Hüttengaudi am Freitag um 19 Uhr. Da präsentieren die „Bertl’s Buben“ (Motto: Feiern wie die Bayern) zünftige Musik. Es folgen am Samstag die Rheinlandmusikanten mit Blasmusik (19.30 Uhr) und am Sonntag zeigen die „Schluchtenkracher“, wie man fetzige Volksmusik macht. Ab 12 Uhr lockt der Frühschoppen.

Los geht es aber schon am Freitag an der Bühne vor Gassmann. Um 16.30 Uhr startet der Festumzug der Vereine, um 17 Uhr folgt der Fassanstich und ab 19.30 bietet die Herbeder „Band ohne Proben“ Rock aus Witten. Ein weiterer Höhepunkt auf der Bühne folgt am Samstag: Ab 16 Uhr zelebrieren hier die „Nachtwächter“ Covermusik. Danach spielen „Fullhouse“ Songs von Nena bis Robbie Williams.

Alexanda Trudslev

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Kommentare
23.09.2011
15:54
Was für eine Gaudi
von Firefighter77 | #1

Juhu, ein Wochenende Volksmusik unter meinem Balkon.

Bin ja eher für das Motto Leben und leben lassen, aber 4 Tage dieses unsägliche Gedudel ist schon fast seelische Grausamkeit meiner Meinung nach.

Sollen die doch lieber das Musikantenstadl auf ARD gucken. Da darf dann auch gerne meine GEZ-Gebühr für verwendet werden.

Wenn ich schon lese, Die Schluchtenkracher... Das scheint ja ein kulturelles Highlight für Herbede zu werden. Die sollten sich besser Schluchtensch... nennen. (ok, ein wenig sarkastisch)

Überhaupt finde ich diesen bayerischen Touch dieses Festes relativ unangemessen. Wenn ich was Bayerisches will, dann fahr ich nach Bayern.

OK, darüber lässt sich streiten, aber ein Konzept, was ein bisschen mehr an Herbede/Ruhrgebiet angelehnt wäre, wäre bestimmt nicht verkehrt.

Mit der Burgruine Hardenstein und dem Haus Herbede sind 2 historische Gebäude direkt in der Nähe. Das Muttental ist die Wiege des Bergbaus im Ruhrgebiet. Wenn man Herbede mit einem Fest Menschen aus der Umgebung näher bringen will, sollte man auf die über 1150jährige Geschichte Herbedes Bezug nehmen. Da würd ich mir lieber historische Mode aus dieser Zeit angucken, als ein Trachtencasting, wo es eh nur darum geht, wer den tiefsten Ausschnitt hat.

Naja, auf jeden Fall werde ich dann die Gelegenheit haben, meinen Subwoofer mal richtig auszutesten.

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