Wabe will am 21. März Richtfest feiern

Der Dachstuhl konnte bisher nur provisorisch gesichert werden, er soll bis zum 21. März erneuert werden.
Der Dachstuhl konnte bisher nur provisorisch gesichert werden, er soll bis zum 21. März erneuert werden.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Mit dem neuen Dachstuhl will sie ein Zeichen setzen. Ein Notdach schützt das Schleusenwärterhausvor weiterem Wasserschaden. Die durchnässte Zwischendecke musste entfernt werden

Witten..  „Es geht voran.“ Und: „Oha, das geht aber flott!“ Als auf Facebook in dieser Woche Bilder von Dacharbeiten am Schleusenwärterhäuschen auftauchten, kam Freude auf, hundert Daumen schnellten hoch. Wer glaubt, das neue Dach sei schon drauf, hat sich aber zu früh gefreut. Noch wird gesichert und entsorgt.

Bis Mitte der Woche galt noch: Betreten verboten – Einsturzgefahr! Die Zwischendecke zum Dachboden aus Sparren, Lehm und Stroh hatte sich mit Löschwasser vollgesaugt. Zudem lastete das Gewicht der Dachpfannen darauf, vier von fünf waren nach unten gefallen. Stellenweise hatte die Decke bereits nachgegeben.

Zuerst musste die Stockumer Baufirma Richardt ran. Ihre Arbeiter stützten die Querbalken der Decke mit Eisenstempeln ab. Dann legten Zimmermann Tüttelmann (Hammertal) und seine Leute das Dachgebälk und was das Feuer vom 24. Januar davon übrig gelassen hatte, frei. Nachdem sie die Pfannen von der Zwischendecke geräumt hatten, kam der Befreiungsschlag: Die Zimmerleute drückten die Decke, die nicht mehr zu retten war, von oben aus in die Tiefe.

Jetzt liegt der durchweichte Brei aus Lehm und Stroh auf dem Steinboden im Parterre. Knietief kann man darin waten. Gespenstisch. „Hallo, bitte Klobürste benutzen, jeder, auch du!“ steht an der Tür zum WC, das keine Rückwand mehr hat. Dahinter, im Geräteschuppen, hatte das Feuer zuerst gewütet. Im Eckregal stapeln sich Prospekte. Ruhrtaltourismus. Darüber blickt man durch die offene Decke, von der nur die Balken geblieben sind, ins Dach.

„Seit gestern dürfen wir wieder rein“, sagt Wabe-Mann Uwe Freund (56). Mit seinen Kollegen trägt er den Schutt eimerweise hinaus. Zwei große und vier kleine Container wurden schon abgefahren. Kühlschränke, Spülmaschine, Tische, Stühle wanderten ins Lager – mal sehen, was noch zu gebrauchen ist.

Das gilt auch für die Bausubstanz: Für nächste Woche haben sich die Obere Denkmalbehörde aus Münster und eine Spezialfirma für Brandsanierungen angesagt. Rein optisch müssen neben Dach und Decke zwei Drittel der Rückseite ersetzt werden. Die Tücke im Detail: Wie verkohlt oder doch nur angeschwärzt sind Deckenbalken und das Ständerwerk? Wie nass ist das Mauerwerk jedes einzelnen Gefaches? Retten, was zu retten ist, schreibt der Denkmalschutz vor.

Was schon wie ein neuer Dachstuhl aussah, ist nur ein Notdach, damit es nicht reinregnet. Die Tüttelmänner haben ihn aus alt und neu zusammengezimmert, eine Folie drüber gezogen. Aber: Die Wabe will ein Zeichen setzen und zum Saisonstart (Fähre, Biergarten mit Container) am 21. März Richtfest feiern. Der neue Dachstuhl soll dann drauf sein – dann wieder waschecht mit Eichenbalken. Ganz fertig wird das Haus aber erst 2016.