Vormholzer Dorfmarkt findet viel Zuspruch

Die Händler Silvia Stumpe, Violetta Gaborjerska, Anke Jacob, Volker Möller, Rolf Nehm, Antje und Maik Schwiersch (v.li.). Vier Wochen gibt es den Wochenmarkt in Witten Vormholz. Händler und Kunden sind mit den ersten vier Verkaufstagen zufrieden.
Die Händler Silvia Stumpe, Violetta Gaborjerska, Anke Jacob, Volker Möller, Rolf Nehm, Antje und Maik Schwiersch (v.li.). Vier Wochen gibt es den Wochenmarkt in Witten Vormholz. Händler und Kunden sind mit den ersten vier Verkaufstagen zufrieden.
Foto: FUNKE Foto Service
Was wir bereits wissen
Wochenmärkte haben’s schwer? Der kleine Markt in Witten-Vormholz beweist seit vier Wochen das Gegenteil – wöchentlich kommen mehr Kunden.

Witten..  Die graumelierte Dame hat einen Teller mitgebracht: Heißen Backfisch und Kartoffelsalat mit Remoulade soll Volker Möller darauf stapeln, schön mit Alufolie rum, das esse sie dann oben in der Wohnung. Der Fischhändler gibt sich große Mühe, guckt aber resigniert. „Nee Baby, dat suppt.“

Woanders haben Wochenmärkte einen schweren Stand, aber nicht in Vormholz: Hoch über Herbede werden die Händler begeistert empfangen, jeden Mittwoch kommen zwischen 9 und 14 Uhr mehr Kunden. Seit dem 7. Januar findet der gemütliche Markt mit acht Händlern in der Karl-Legien-Straße statt, auf dem Vorplatz der einstigen Sparkasse. Bäcker, Geflügelmann, der Fischhändler, Schlesische Wurstwaren, Nehms Suppenmobil, ein Käsewagen, Obst- und Blumenhändler – das hat einen echten Dorfcharakter.

Über allem liegt am gestrigen Mittwochmorgen ein Waffelduft: Silvia Stumpe bäckt, viele naschen gleich hier, trinken dazu Kaffee und treffen Bekannte aus der Gegend. „Der Quatschfaktor schein hier wichtig zu sein“, hat Antje Schwiersch vom Eierwagen festgestellt. Wenn das Wetter besser wird, werden noch mehr Tisch herausgestellt. Der Markt ist Treffpunkt und gibt dem ganzen Stadtteil zurzeit einen Aufwärtsruck.

Denn in Vormholz wohnt man schön und ruhig – zu ruhig, seit hier vor vielen Jahren der Coop-Lebensmittelmarkt schloss. Noch halten sich Frisör, Bäcker und Kiosk. Die Sparkasse ließ im letzten Frühling nur noch eine Automatenfiliale zurück. Viele Ältere leben in Vormholz, doch ohne eigenes Auto ist die Nahversorgung schwer. „Und nun haben wir eine bessere Alternative zum Supermarkt“, sagt Karin Engelage glücklich.

Anke Jacob steht im Käsewagen und das Geschäft laufe „wirklich gut. Die Leute kaufen gleich größere Mengen.“ Für Käsehändler ... habe sich schon an verschiedenen Standorten gestanden. „In Annen zum Beispiel ist nicht das richtige Publikum für ausgefallenen Käse.“ Auch Violetta Caborjenska ist regelrecht, dass nach so kurzer Zeit der Markt schon so gut besucht werde. „Und die Leute freuen sich alle!“ Was mögen denn die Vormholzer besonders? „Die Rohpolnische und Schlesische Wurst. Aber die Leute hier probieren auch gerne etwas neues aus.“

Einziges Problem für die Händler ist die Sache mit dem Kleingeld. „Ich kann ja hier nirgendwo wechseln. Und die Kollegen haben auch kein Kleingeld“, sagt Volker Möller. „Das macht 6, 40 Euro, also 6 Euro aber dann passend“, ordert er von der Kundin, die bei ihm Matjes orderte. Silvia Stumpe rundet einfach ab, die Kundin wieder auf. Macht etwa der Waffelduft so selig? „Vielleicht, aber die meisten hier kaufen doch Berliner Ballen.“